
Kormorane fressen täglich bis zu 500 Gramm Fisch, welchen sie mit einer ganz speziellen Jagdtechnik fangen.
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Im Kanton Bern – wie auch in der übrigen Schweiz – geraten Fischarten vermehrt unter Druck. «Seit den 1990er-Jahren nehmen die Bestände von gefährdeten Fischarten wie der Äsche und Nase ab», schreibt der Kanton Bern in einer Mitteilung. Gründe seien der Klimawandel, der Nährstoffrückgang, die Wasserkraftnutzung oder die Gewässerverbauung.
Vier Stossrichtungen
Doch auch der fischfressenden Kormorane verschlimmert die Situation zusätzlich: An Fliessgewässern entnimmt der Kormoran gemäss Kanton deutlich mehr Fische als die Anglerinnen und Angler. Auch an Seen verursacht er Schäden an Netzen und Verluste in der Berufsfischerei.
Der Kanton Bern will die Berufsfischer und die gefährdeten Fischarten mit einem 12-Punkte-Plan besser vor der Vogelart schützen. Dieser umfasst vier Stossrichtungen: jagdliche Massnahmen, Eingriffe in Brutkolonien, Massnahmen in der Fischerei sowie die Anstrengungen zur Wiederherstellung naturnaher Gewässer weiterführen. Mit den Massnahmen soll der Kormoranbestand auf einen Niveau stabilisiert werden, dass eine «nachhaltige Berufsfischerei» möglich wird.
Schutzgebiet
Erschwerend kommt dazu, dass die meisten Kormorane im Schutzgebiet Fanel bei Hagneck am Bielersee brüten. «Eingriffe sind nur unter strengen rechtlichen Vorgaben erlaubt – zum Beispiel erst, wenn zuvor alle milderen Massnahmen geprüft und ausgeschöpft wurden», schreibt der Kanton weiter.
Weil Kormorane sehr mobil sind, arbeitet der Kanton Bern eng mit den Nachbarkantonen Freiburg, Neuenburg und Waadt zusammen. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet und die Wirkung der Massnahmen laufend überprüft. Die Konflikte zwischen Kormoranen, Fischerei und Fischartenschutz führten dazu, dass der Grosse Rat 2022 die Motion «Nachhaltiger Umgang mit der Kormoranpopulation» annahm. Mit dem Massnahmenplan wird der Vorstoss nun umgesetzt.