
Die Stiftung bewilligte vergangenes Jahr laut ihrem Geschäftsbericht 395 Kreditgesuche. (Symbolbild)
Die Ansätze werden um 15 Prozent reduziert, wie einem per 1. März gültigen Merkblatt zu entnehmen ist. Als Ursache für den Liquiditätsengpass nannte die Kantonsverwaltung in einem Communiqué, dass der Bund das Kreditangebot erweitert hat, ohne zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.
Wartezeit neu 17 Monate
Seit vergangenem August gibt es eine Warteliste für Auszahlungen, derzeit beträgt die Wartefrist rund 14 Monate. Im Verlaufe des Jahres 2026 dürfte sie laut der Mitteilung vom Montag auf etwa 17 Monate ansteigen. Ziel der Kreditreduktion sei es nun, dass die Wartefrist nicht noch weiter ansteige.
Die Stiftung bewilligte vergangenes Jahr laut ihrem Geschäftsbericht 395 Kreditgesuche, fast 50 mehr als im Jahr zuvor. Aufgrund der Liquiditätslage konnten bei 42 Investitionskrediten lediglich Teilauszahlungen getätigt werden.
BEBV: Problem für junge Betriebsleitende
Beim Berner Bauernverband (BEBV) ist man über die Entwicklung wenig erfreut. «Die Verlängerung der Auszahlungsdauer auf bis zu 17 Monate stellt insbesondere für junge und wachstumsorientierte Betriebe eine erhebliche Herausforderung dar», sagte Leana Waber, die beim BEBV den Bereich Politik und Märkte leitet, zur «Berner Zeitung» . Solche Betriebe verfügten über geringere Eigenmittel und seien stärker auf planbare Liquidität angewiesen. Zwischenfinanzierung über Banken erhöhe das unternehmerische Risiko, hält sie fest. Auch Hofübernahmen würden durch die Massnahmen erschwert.
Der Kanton Bern lagert bestimmte Aufgaben im Bereich Landwirtschaft an die bernische Stiftung für Agrarkredite aus. Diese entscheidet unter anderem über Gesuche für Investitionskredite und Betriebshilfedarlehen für Landwirtschaftsbetriebe.
In den 1930er-Jahren hatten viele Bauern mit Schulden zu kämpfen, es kam immer wieder zu Zwangsversteigerungen von Höfen. Der Bund und der Kanton Bern reagierten mit Kreditbeschlüssen und gründeten die Bernische Bauernhilfskasse, eine Vorläuferin der heutigen Stiftung.
Dies ist im Kanton Solothurn nicht anders. Auch dort harzt es mit den Hilfen die den Steuerzahler eigentlich nichts kostet. Da sollten in Bern Köpfe rollen wenn man nicht bis vor die Nasenspitze denken kann. Vielleicht sollte man sich über Politisch motivierte Förderung austauschen. Ich denke hier an erneuerbare Energien und Umweltmassnahmen. Aber auch der Kauf von Betrieben die ausserhalb der Familie übergeben werden müssen überdenkt werden.