Brächete: Wie zu Gotthelfs Zeiten

Ein Bündel Flachs bringt Glück in der Liebe, sagt man im Emmental. Am 25. September wird auch die Liebe zu einem alten Handwerk wieder aufleben. Dann nämlich findet in Zäziwil BE die 68. Brächete statt, ein Volksfest rund um die traditionelle Verarbeitung von Flachs.

Am Mittwoch, 25. September, findet in Zäziwil BE zum 68. Mal die Brächete  statt, wie die Gemeinde in einer Medienmitteilung informiert. Wer die traditionelle Verarbeitung der Flachspflanze kennen lernen will, findet an der Brächete alle Antworten. An der Brächete werden aber auch viele andere traditionelle Handwerke präsentiert.

Nach der grossen Wärchete und dem Härdöpfel-Ausmachen rüstete man sich früher in den Emmentaler Dörfern zur Brächete. Das ganze Dorf kam zusammen um die Bearbeitung des selbst angebauten Flachses - das Brächen - gemeinsam zu verarbeiten. Am Abend gab es ein gutes Essen und der Tag endete für alle mit einem Fest. In der Neuzeit ging diese Tradition verloren. 1955 wurde dieser Brauch wiederbelebt und wird seither wieder immer am letzten Mittwoch im September gefeiert.

Schweizer Flachs wiederbeleben

Den Organisatoren liege viel daran, die Kenntnisse und Fähigkeiten im Zusammenhang mit der früheren handwerklichen Verarbeitung von Flachs, aber auch die alten Geräte und Werkzeuge zu pflegen und zu erhalten, heisst es in der Mitteilung. Ebenso wichtig erscheine es aber auch, den vielen interessierten Brächete-Besuchern die einzelnen Arbeitsgänge «von der Pflanze bis zum Stoff» auf anschauliche Art zu zeigen.

Neben der traditionellen Brächete sind auch verschiedene alte Handwerker anwesend, deren Vorführungen bestaunt werden können: Der Korber, der „Dängeler“ (Sense wetzen), der Moster, der Schnapsbrenner, der Teuchelbohrer, der Seiler, der Goldschmied (Trachtenschmuck), der Bürstenmacher u.a.m.

In diesem Jahr wird auch SwissFlax mit einem Stand präsent sein. Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, die Wertschöpfungskette für Schweizer Flachs wieder aufzubauen und industriell zu betreiben.

Wie zu Gotthelfs Zeiten

Einst ging man mit dem Flachs beinahe heilig um. Es haftete etwas Magisches an ihm. So wurde einem jungen Paar eine Handvoll Flachs mit einem roten Band geschenkt, welches es zuhause in der Stube aufhängte. Das Glück in der Liebe war dem Paar gesichert.

Der für die Verarbeitung des Flachs notwendige Webstuhl wurde jeweils in einem Gaden (Zimmer) und zum Teil auch im Keller aufgestellt, damit er nicht im Wege stand. So konnte man ihn nach Belieben nutzen.

Gebrochen wurde erst, nachdem die Kartoffeln fertig gegraben waren. Damals, also zu Gotthelfs Zeiten, mussten die Kartoffeln noch von Hand (mit dem Karst) gegraben werden. Und wer beim «Härdöpfelen» nicht half, durfte nicht brechen gehen. Noch heute begrüsst man sich bei der Brächete: «Grüessti, heit der öii Härdöpfu grabt?»

Das Programm der Brächete 2024: 

– Vorführung Brächete und altes Handwerk: 9 bis ca. 17 Uhr

– Jahrmarkt 9 bis 17.30 Uhr

– Festwirtschaften auf dem ganzen Areal

– Filmsonderschau F.T. Wahlen und die Anbauschlacht

– Brächete – Die Party im Festzelt ab 20.00 Uhr mit „surprise“

-> Hier finden Sie weitere Informationen zum Flachsfest «Brächete» in Zäziwil. 

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