Drei tote Rinder aus Schlucht geborgen

Nach dem Absturz von drei Rindern beim Alpabzug im Berner Oberland hat die Alpine Rettung Schweiz (ARS) die Tiere unter schwierigen Bedingungen aus der Griesschlucht geborgen. Wie die Rega in einer Medienmitteilung schreibt, stand der Einsatz unter grossem Zeitdruck, um eine Verunreinigung des Gewässers zu verhindern.

mgt/ats |

Der Unfall ereignete sich im September beim Alpabzug  von der Alp Gorneren (Griesalp) ins Kiental BE. Gemäss der Rega verliess ein Rind die Strasse, zwei weitere Tiere folgten ihm. Die drei Tiere stürzten rund 30 Meter tief in die Griesschlucht.

Laut der «Berner Zeitung» habe sich das Älplerpaar Zurbrügg mit vier Rindern eines Kollegen auf den Weg zurück ins Tal gemacht. Vreni Zurbrügg spricht gegenüber der «Berner Zeitung» von einem «tragischen Unfall», ohne weitere Details zu nennen. Die Tiere seien aber durch nichts und niemanden aufgeschreckt worden. «Es ging alles sehr schnell», so die Älplerin.

Gemeinsam mit ihrem Mann sömmere sie auf ihrer Alp Gorneren (Grisalp) rund 70 Tiere, darunter ein kleiner Anteil Vieh eines Berufskollegen. Nach dem Unglück sei sofort die Rega verständigt worden. Die drei Rinder erlitten durch den turz tödliche Verletzungen.

Drei bis zu 700 kg schwere Kadaver

Wie die Rega weiter mitteilt, erwies sich die Bergung als äusserst schwierig. Die enge, verwinkelte Schlucht mit ihren Felsüberhängen habe eine Lokalisierung und Bergung aus der Luft verunmöglicht. Zudem hätten Stromkabel im Tal einen Helikoptereinsatz erschwert. Da die Kadaver im Wasser lagen, habe rasch gehandelt werden müssen, um eine Gewässerverunreinigung zu verhindern.

Canyoning-Spezialisten im EinsatzLaut der Medienmitteilung blieb deshalb nur eine bodengebundene Bergung durch speziell ausgebildete Canyoning-Spezialisten der Alpinen Rettung Schweiz. Die Rettungskräfte hätten sich mehrfach in die Schlucht abgeseilt und die Tiere lokalisiert. Ein Kadaver habe bereits unterhalb eines Wasserfalls gelegen, die beiden anderen hätten sich in einer Höhle mitten in der Schlucht befunden.

Für die Bergung der 500 bis 700 Kilogramm schweren Tiere hätten die Spezialisten zunächst einen sogenannten «Floating Bag» eingesetzt, dessen Zugkraft durch Wasser genutzt wird. Dadurch hätten sie die Kadaver in ein tiefer gelegenes Becken gespült. Dort seien die Tiere jedoch unmittelbar vor einem Wasserfall stecken geblieben.

Aufwendige Rettungsaktion

Am zweiten Einsatztag seien zwei weitere Canyoning-Spezialisten hinzugezogen worden. Nach Angaben der Rega habe zudem ein privates Wasserkraftwerk seinen Betrieb vorübergehend eingestellt, damit die Bergung sicher durchgeführt werden konnte.

Mit einem aufwendigen Seilsystem und einem Flaschenzug hätten die Einsatzkräfte die Kadaver schliesslich aus der Höhle gezogen und kontrolliert über den Wasserfall ins Tal befördert. Den Abtransport habe danach die Crew eines Rega-Trainingshelikopters übernommen. Trotz hohem Wasserstand und tiefer Nebelgrenze seien die Tiere einzeln an einem 60 Meter langen Tau zur nächsten Strasse geflogen und anschliessend fachgerecht entsorgt worden.

Nach Angaben der Rega organisiert ihre Einsatzzentrale jährlich rund 1’700 Einsätze zugunsten der Berglandwirtschaft.

Mehr zu Lufttransporten für die Berglandwirtschaft finden Sie hier.

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