
Fritz Schütz hat den Wandel in der Viehzucht im Emmental hautnah miterlebt.
Ueli Steiner
Besamungstechniker Fritz Schütz konnte im August seinen 65. Geburtstag feiern und somit die Pension antreten. Seit Anfang November 1988 gehörte er der 12-köpfigen Besamergruppe Emmental des Schweizerischen Verbands für künstliche Besamung (SVKB) an. Als er seinerzeit die sechswöchige Praxisausbildung in Deutschland absolvierte, war beispielsweise die Berliner Mauer noch existent.
Heute betreut die von Peter Gygax geleitete Swissgenetics-Gruppe mit zehn Mitarbeitern ungefähr 1100 Bauernbetriebe im mittleren und im oberen Emmental.
Im 100’000er-Club
Der im Hornbach bei Wasen aufgewachsene Fritz Schütz arbeitete nach der landwirtschaftlichen Grundausbildung zuerst als Betriebshelfer und in der Industrie. Ab dem 1. November 1988 war er für den damaligen SVKB tätig. 2004 wurde aus dem ursprünglichen Monopolbetrieb die sukzessiv liberalisierte Swissgenetics.
«Durch den Strukturwandel hat die Anzahl Bauernbetriebe um rund ein Drittel abgenommen. Im Gegenzug sind die Kundenwünsche und das Produkteangebot immer vielfältiger geworden.»
Seit seiner Besamungstechniker-Ausbildung bis zur Pensionierung 38 Jahre später hat Fritz Schütz 100’463 Erstbesamungen durchgeführt. Diesen Frühling fand er mit seiner ausserordentlichen beruflichen Leistung Aufnahme im exklusiven 100’000er-Club von Swissgenetics. Total hat der Neopensionär 154’360 Besamungen gemacht. Nach Auskunft von Regionalleiter Simon Fankhauser wurde Sarina Schindler aus Linden zur Nachfolgerin gewählt. Sie hat kürzlich mit dem Ausbildungsprogramm begonnen.
Im Wandel der Zeit
Fritz Schütz hat den Wandel in der Emmentaler Landwirtschaft – insbesondere der Viehzucht – hautnah miterlebt. Mit zwei Generationen von Betriebsleitern hatte er geschäftlich zu tun und die dritte sah er heranwachsen. Die Topografie habe ihm in abgelegenen Gebieten ab und zu einen Streich gespielt, aber er sei dankbar, dass er in all den Jahren mit den x-tausend Kilometern nie einen ernsten Unfall gehabt habe
«Durch den Strukturwandel hat die Anzahl Bauernbetriebe um rund ein Drittel abgenommen. Im Gegenzug sind die Kundenwünsche und das Produkteangebot immer vielfältiger geworden. Repro-Hightech und Digitalisierung haben auch in der Viehzucht Einzug gehalten. Ein Gruppenbüro benötigen wir daher nicht mehr», erklärt Schütz. Den Zeitgeist sehe er auch an der Tatsache, dass heute rund 60 Prozent der Besamungen mit Mastrassen (meistens Limousin) erfolgten.