Japankäfer: Bern erlässt Massnahmen

Um eine Ausbreitung des Japankäfers in Spiez zu verhindern, hat der Kanton Bern Massnahmen verfügt. So wird namentlich der Transport von Grüngut oder das Bewässern von Wiesen eingeschränkt.

sda/blu |

Der Japankäfer ist eine eingeschleppte Tierart und kann sich stark ausbreiten und Schäden anrichten. Sein Vorkommen müsse deswegen gemeldet und der Käfer bekämpft werden, teilte die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern am Mittwoch mit.

Population bei Spiez

Eine kleine Population des Japankäfers war in Spiez bereits im Herbst 2025 nachgewiesen worden. Der Käfer überwintert als Larve im Boden. Deshalb sei das Verschleppungsrisiko im Winterhalbjahr gering, hatte der Kanton Bern damals mitgeteilt, und kündigte Massnahmen für den Sommer 2026 an.

Die per Allgemeinverfügung erlassenen Massnahmen gelten ab sofort im Befallsherd und in der umliegenden Pufferzone. Ziel sei es, den Befall zu beseitigen und eine weitere Verschleppung des Japankäfers zu verhindern, teilte die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirekion mit. 

Befallsherd mit strengeren Regeln

Im Befallsherd gelten strengere Massnahmen als in der Pufferzone. Im Befallsherd sei etwa der Transport von Grüngut, Kompost und Oberboden eingeschränkt, hiess es. Zudem sei es im Sommer verboten, Grünflächen zu bewässern. In der Pufferzone gelte hingegen vor allem eine Einschränkung des Transportes von Grüngut. Die Massnahmen gelten für Privatpersonen, Landschaftsgärtnereien und den Pflanzenhandel sowie für Bauherrschaften im Gebiet des Thunersee-Südufers rund um Spiez.

Massnahmen gegen den Schädling wurden auch für Gemeinden im Oberaargau erlassen. Es geht dabei gemäss der Mitteilung um Wynau, Roggwil und Schwarzhäusern. Diese Gemeinden liegen in der Pufferzone eines Befallsherds im Kanton Solothurn.

Wurzelfrass

Der Japankäfer zählt zu den Quarantäneorganismen, von denen die grössten Schäden zu erwarten sind und deren Bekämpfung am dringendsten ist. Betroffen ist auch die Landwirtschaft, denn der Schädling ernährt sich von über 400 Wirtspflanzen. Dazu zählen viele landwirtschaftliche Kulturen wie Beeren, Obstbäume, Weinreben oder Mais. Oft bleiben nur die Gerippe der Blätter zurück.

Die Larven des Käfers schädigen Wiesen, indem sie die Graswurzeln fressen. Das führt dazu, dass die Pflanzen absterben. Die adulten Käfer können Schäden verursachen, indem sie Blätter, Früchte und Blüten fressen. Jetzt müssen die Vorsichtsmassnahmen greifen, denn im Juni beginnen die adulten Käfer zu erscheinen und sich zu paaren. Die Flugzeit dauert von Juni bis September mit dem Hauptflug im Juli.

Wie erkenne ich den Japankäfer

Der ausgewachsene Japankäfer ist so gross wie ein Fünfrappenstück. Seine Flugzeit geht von Juni bis Anfang September. Der Japankäfer kann leicht mit heimischen Arten wie dem Junikäfer und dem Gartenlaubkäfer verwechselt werden. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.

Erkennungsmerkmale

  • Ausgewachsene Käfer sind 10‒12 mm lang und haben einen grün-metallisch schimmernden Körper mit kupferfarbenen Flügeldecken, die den Hinterleib nicht vollständig bedecken.
  • An jeder Seite des Hinterleibs sind fünf weisse Haarbüschel zu erkennen. Zwei weitere breitere Haarbüschel befinden sich zuhinterst am Hinterleib.
  • Eier, Larven und Puppen leben im Boden und sind daher schwieriger zu sichten.

Vorgehen bei Verdacht

  • Käfer einfangen und nicht wieder freilassen. Prüfen, ob die weissen Haarbüschel auf beiden Seiten des Hinterleibs vorhanden sind.
  • Foto von Käfer machen, genauen Standort notieren und allenfalls den Namen der Pflanze, auf der er gesichtet wurde, aufschreiben. Käfer anschliessend einfrieren.
  • So rasch wie möglich den Pflanzenschutzdienst des entsprechenden Kantons informieren.

-> Hier findet Ihr weitere Informationen zum Japankäfer

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