
Der Japankäfer verursacht grosse Schäden an über 400 Wirtspflanzen, darunter viele landwirtschaftlich wichtige Kulturen wie Reben, Obstbäume oder auch Mais.
Kanton Bern
Ende Juni 2026 gingen in der Nähe des Schönaustegs in Bern mehrere Japankäfer in die Fallen. Daraufhin weitete die Fachstelle Pflanzenschutz die Überwachung aus. «Die Ergebnisse bestätigen, dass sich in diesem Gebiet eine Population angesiedelt hat», teilt der Kanton Bern mit.
21 Gemeinden
Gestützt auf die Vorgaben des Bundes, ordnet der Kanton Bern entsprechenden Massnahmen an. Sie gelten im Befallsherd in der Stadt Bern und in Köniz sowie in der umliegenden Pufferzone. Insgesamt sind 21 Gemeinden betroffen.
Diese Berner Gemeinden sind betroffen
Befallsherd:
Thunersee-Südufer: Spiez, Wimmis. Stadt Bern und Umgebung: Bern (Stadt), Köniz.

Im Befallsherd (rot) gelten Einschränkungen für den Transport von Grüngut, Kompost und Oberboden.
Kanton Bern
Von der Pufferzone betroffene Gemeinden:
Thunersee-Südufer: Thun, Spiez, Wimmis, Reutigen, Erlenbach im Simmental, Diemtigen, Reichenbach im Kandertal, Aeschi bei Spiez, Krattigen, Amsoldingen, Stocken-Höfen, Leissigen.
Stadt Bern und Umgebung: Allmendingen, Belp, Bern (Stadt), Bolligen, Bremgarten bei Bern, Frauenkappelen, Ittigen, Kehrsatz, Kirchlindach, Köniz, Meikirch, Muri b. Bern, Ostermundigen, Stettlen, Vechigen, Wald, Wohlen b. Bern, Worb, Zollikofen.
Oberaargau: Wynau, Roggwil, Schwarzhäusern.
Im Befallsherd gelten Einschränkungen für den Transport von Grüngut, Kompost und Oberboden. Zudem dürfen Grünflächen nicht bewässert werden. In der Pufferzone ist der Transport von Grüngut eingeschränkt. Ab Mitte August setzen die Gemeinden auf bewässerten Sportplätzen Nematoden ein. Diese nützlichen Fadenwürmer bekämpfen die Larven des Japankäfers im Boden. Für Menschen sowie Nutz- und Haustiere sind sie ungefährlich. «Die Fachstelle Pflanzenschutz arbeitet mit den betroffenen Gemeinden zusammen, welche die angeordneten Massnahmen vor Ort umsetzen», teilt der Kanton mit.
Seit Anfang Juli 2026 gingen auch im Oberland einzelne Japankäfer in Überwachungsfallen. Die Fachstelle Pflanzenschutz stellte zusätzliche Fallen auf. Damit klärt sie ab, wie weit sich der Käfer bereits ausgebreitet hat. Bestätigt sich eine Population, ordnet der Kanton weitere Massnahmen an.
Wichtig: Wenn ein Käfer gefunden wurde, diesen von oben und der Seite fotografieren. Anschliessend den Fund mit den Bildern der Fachstelle Pflanzenschutz: Meldeformular oder [email protected] . Den Käfer ihn in einen dicht verschlossenen Behälter einschliessen und auf Rückmeldung der Fachstelle warten.

Bei einem Fund den Japankäfer einfrieren. Anschliessend ein Foto machen und den Standort notieren. So rasch wie möglich den kantonalen Pflanzenschutzdienst kontaktieren.
BLW
Tilgungsstrategie
Erstmals entdeckt wurde der Käfer in der Schweiz im Jahr 2017 im Tessin. Seither hat er sich südlich der Alpen stark ausgebreitet. Im vergangenen Jahr hat er erstmals erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht. Auch nördlich der Alpen gibt es kleine, isolierte Populationen, meist entlang von Hauptverkehrsachsen.
Zur Zeit fährt der Bund nördlich der Alpen noch eine sogenannte Tilgungsstrategie: Kleine Populationen des Käfers werden mit verschiedenen Methoden ausgerottet. Südlich der Alpen hingegen fährt er eine sogenannte Eindämmungsstrategie. Man versucht also nur noch, die Ausbreitung zu verlangsamen und Schäden zu verringern.
So gross wie eine Kaffeebohne
Der Japankäfer ist ungefähr so gross wie eine Kaffeebohne. Er hat einen metallisch grün schimmernden Kopf und kupferbraune Deckflügel. Zur Identifikation dienen die weissen Haarbüschel an beiden Seiten des Hinterleibs. Für die Meldung an die Behörden soll ein Foto des Insekts gemacht und der genaue Fundort notiert werden.
Der gebietsfremde Japankäfer steht auf der Liste der gefährlichsten Schädlinge, sogenannte Quarantäne-Schädlinge. Die äusserst gefrässigen Käfer fressen Blüten, Blätter und Früchte von über 400 Pflanzenarten – darunter Reben, Obst, Mais, Bohnen und Spargeln. Die Larven («Engerlinge») leben im Boden und schädigen Gräser-Wurzeln, sodass Wiesen und Rasenflächen absterben und braun werden. Ohne Gegenmassnahmen können die Schäden immens werden: Allein in der EU werden die potenziellen landwirtschaftlichen Schäden auf 2.4 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Wie erkenne ich den Japankäfer
Der ausgewachsene Japankäfer ist so gross wie ein Fünfrappenstück. Seine Flugzeit geht von Juni bis Anfang September. Der Japankäfer kann leicht mit heimischen Arten wie dem Junikäfer und dem Gartenlaubkäfer verwechselt werden. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.
Erkennungsmerkmale
- Ausgewachsene Käfer sind 10‒12 mm lang und haben einen grün-metallisch schimmernden Körper mit kupferfarbenen Flügeldecken, die den Hinterleib nicht vollständig bedecken.
- An jeder Seite des Hinterleibs sind fünf weisse Haarbüschel zu erkennen. Zwei weitere breitere Haarbüschel befinden sich zuhinterst am Hinterleib.
- Eier, Larven und Puppen leben im Boden und sind daher schwieriger zu sichten.

An was lässt sich der Japankäfer erkennen?
LANAT
Vorgehen bei Verdacht
- Käfer einfangen und nicht wieder freilassen. Prüfen, ob die weissen Haarbüschel auf beiden Seiten des Hinterleibs vorhanden sind.
- Foto von Käfer machen, genauen Standort notieren und allenfalls den Namen der Pflanze, auf der er gesichtet wurde, aufschreiben. Käfer anschliessend einfrieren.
- So rasch wie möglich den Pflanzenschutzdienst des entsprechenden Kantons informieren.