Käufer gefunden: Steiner-Mühle in Zollbrück bleibt erhalten

Happy End für die Steiner Mühle in Zollbrück BE. Die Groupe Minoteries SA hat einen Käufer gefunden. Der neue Besitzer will im Emmental weiterhin Lebensmittel herstellen.

blu |

Im vergangenen Mai teilte die Groupe Minoteries SA (GMSA) mit, den Standort Zollbrück im ersten Halbjahr 2027 zu schliessen.

Käufer wird nicht genannt

«In Zollbrück hätte in den kommenden Jahren gross investiert werden müssen in Infrastruktur und Produktionsanlagen – bei gleichzeitig begrenzten Möglichkeiten für weitere Kapazitätserweiterungen», erklärte Kommunikationschefin Esther Nussbaumer im Mai gegenüber «Schweizer Bauer».

->  Intensiver Preiskampf: Steiner-Mühle wird abgestellt

Die GMSA suchte nach einem Käufer. Und sie wurde nun fündig. «Mit dem Verkauf des Standorts per 1. Mai 2027 konnte nun eine Nachfolgelösung gefunden werden», teilt die Grossmühle am Dienstagabend mit. Der Name des Käufers wird nicht kommuniziert. Er will gemäss Mitteilung in Zollbrück Lebensmittel produzieren und einem Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Arbeitsplätze anbieten.

Biofarm wichtiger Kunde

In der Steiner-Mühle verarbeitet GMSA ausschliesslich Bio- und Demeter-Rohstoffe wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste, Mais, Hirse, Reis sowie Hülsenfrüchte und Saaten. Daraus entstehen Mehle, Flocken, Griess, Müesli und weitere Spezialitätenprodukte. Zu den Mengen macht die GMSA keine Angaben.

Ein wichtiger Kunde der Steiner-Mühle ist Biofarm. Die Genossenschaft aus Huttwil BE arbeitet seit 30 Jahren mit der Mühle zusammen. «Die Mühle verarbeitet und mahlt für uns sämtliche Mehlsorten und Getreideflocken mit grosser Sorgfalt und hoher Qualität», sagte Präsident Hans-Ulrich Held im Mai zur «Berner Zeitung». Zu einer allfälligen Übernahme der Mühle wollte er sich nicht äussern.

Besseres Ergebnis

Für die GMSA hat der Verkauf der Mühle positive Auswirkungen auf das Ergebnis. Das Unternehmen hatte für die geplante Schliessung Rückstellungen für die Abschreibung des Restwerts der Infrastruktur sowie für den Finanzierungsbedarf des Sozialplans gebildet.

Die Rückstellung für die Infrastruktur wird durch den Verkauf gedeckt und kann entsprechend aufgelöst werden. «Dies verbessert das im August kommunizierte Ergebnis deutlich», teilt GMSA mit.

Ende August hatte die Mühlenbetreiberin für das Halbjahr einen Verlust von 962’000 Franken gemeldet. Darin enthalten war eine Rückstellung über 3,1 Millionen Franken für die geplante Schliessung von Zollbrück. Davon entfielen 2,8 Millionen auf die Restwerte der Immobilien und der Maschinen.

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