Kosten einsparen – Käsereigenossenschaften fusionieren

Die beiden Berner Käsereigenossenschaften Thörigen und Landshut haben beschlossen, sich zusammenzuschliessen. Utzenstorf BE wird Hauptstandort, die Zukunft der Chäsi in Thörigen BE ist derweil noch offen.

pd/clu |

Die Käsereigenossenschaften Thörigen und Landshut gründen die Käserei Landshut AG, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgeben. Beteiligen werden sich an der neuen AG je hälftig. Beschlossen wurde die Fusion an den ausserordentlichen Hauptversammlungen in Bätterkinden BE.

Milchpreis halten

Die neue Firma werde auch weiterhin in der Hand der Milchproduzenten bleiben, wird im Schreiben betont. Geschäftsführer werde Lukas Känel, der heutige Betriebsleiter von Thörigen. Ziel der veränderten Geschäftsstruktur seien Kosteneinsparungen, «damit in dem schwierigen landwirtschaftlichen Umfeld der heutige Milchpreis gehalten oder noch gesteigert werden kann».

«Das wichtigste Produkt wird auch zukünftig der Emmentaler AOP bleiben. Daneben werden weiterhin die beliebten Spezialitäten Landshut Käse, Altachen Käse, weitere Käsesorten, Joghurt, Butter usw. im Hause hergestellt», heisst es in der Mitteilung. Ab 1. Januar 2027 werde die Aktiengesellschaft die Produktion und den Vertrieb der bisherigen Produkte in gewohnter Qualität übernehmen.

Der Käsereiladen in Utzenstorf BE, welcher heute von Adrian und Marianne Schütz auf eigene Rechnung geführt wird, soll laut dem Schreiben ab 1. Juli 2027 von der Aktiengesellschaft betrieben werden.

Mehr Platz in Utzenstorf BE

Kurzfristig würden die beiden Standorte aufrecht erhalten bleiben. «Mittelfristig ist geplant, einen Standort auszubauen und zu modernisieren und den anderen zu schliessen», heisst es von Seiten der beiden Käsereien, die 20 Autominuten auseinanderliegen.

Das Nachsehen dürfte die im Jahre 1848 gegründete Käsereigenossenschaft Thörigen haben. Dazu ist in der «Berner Zeitung» zu lesen: «Künftig dürfte nur der derzeit kleinere der beiden Standorte überleben». Es sei geplant, die Chäsi Utzenstorf auszubauen. «Dort haben wir mehr Platz», sagt der neue Geschäftsführer der Käserei Landshut AG, Lukas Känel, gegenüber der Zeitung. Wann es so weit sein wird, sei offen.

Aktuell wird die Käserei Thörigen von 22 Lieferanten mit jährlich 4 Millionen Litern Milch bedient, Utzenstorf von 10 Zulieferern und 2,7 Millionen Litern, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

Weitere Käsereien

Es liefen Gespräche mit aktuellen Mitarbeitenden der beiden Genossenschaften. Das Ziel sei, für alle eine Lösung zu finden. Aktuell zählt Thörigen laut dem Zeitungsbericht vier Angestellte und drei Teilzeitmitarbeitende, Utzenstorf drei Angestellte und einen Lernenden.

Der Verwaltungsrat der neuen Firma bestehe derweil weiterhin ausschliesslich aus aktiven Milchproduzenten. Der erste Verwaltungsratspräsident wird laut den beiden Berner Käsereigenossenschaften Thörigen und Landshut Simon Thomann, der heutige Präsident der KG Landshut. Dass sich im Zuge der Modernisierung weitere Käsereigenossenschaften anschliessen werden, sei möglich, so heisst es im Schreiben der beiden Käsereien abschliessend.

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