
Ein frisch geborenes Kalb lag unterkühlt auf der Weide. (Symbolbild)
KI erstellt
Laut Strafbefehl der Berner Staatsanwaltschaft kümmerte sich der Bauer trotz Schneefall und Kälte mehrere Tage lang nicht um seine dreizehn Tiere, darunter Mutterkühe und drei junge Kälber. Wie «Der Bund» berichtete, lag der Bauer während mehrerer Tage mit einer schweren Grippe im Bett, organisierte jedoch keine Vertretung, die die Tiere in den Stall brachte.
Aufkommender Schneefall verschärfte die Situation für die Herde erheblich. «Ohne einen richtigen Unterstand mussten sie in der Kälte und Nässe ausharren», schrieb «Der Bund». Rund um den Futterplatz hätte sich ein grosser, schlammiger See gebildet, in dem die Kühe knöcheltief standen. Mehrere Tiere waren «extrem verschmutzt» und sichtlich geschwächt.
Der Fall verschärfte sich, als eine trächtige Kuh in dieser Situation auf der Weide ein Kalb zur Welt brachte. Am nächsten Tag bemerkte der Bauer das neugeborene, stark unterkühlte Tier und brachte es zusammen mit seiner Mutter zum Tierarzt. Dieser habe den Landwirt angewiesen, dem Kalb Kolostrum zu verabreichen. «Trotz Anweisung des Tierarztes gab der Bauer dem Kalb kein Kolostrum», heisst es im Bericht.
Bei einer späteren Kontrolle stellte das Amt für Veterinärwesen des Kantons Bern fest, dass das Kalb schlecht atmete und sich in einem kritischen Zustand befand. Es musste schliesslich eingeschläfert werden. Die Staatsanwaltschaft verurteilte den Bauern wegen mehrfacher Tiervernachlässigung zu einer Geldstrafe von 1280 Franken, einer Busse von 500 Franken sowie zu Verfahrenskosten in gleicher Höhe.