Bei dem Stosszahn, der in einem Kieswerk in Wynau entdeckt wurde, handele es sich um ein Einzelstück, schreibt der Kanton Bern in einer Medienmitteilung. Eine Untersuchung der Kiesschichten und die Begleitung des weiteren Kiesabbaus hätten keine weiteren Funde erbracht.
Universität Bern datiert Fund
Das Mammut ist in unseren Gegenden am Ende der letzten Eiszeit ausgestorben. Es stellte sich daher die Frage, aus welcher Phase der Eiszeit der Fund stammt. Die Datierung solcher Objekte sei kein einfaches Unterfangen, heisst es weiter. Im zweiten Anlauf gelang Sönke Szidat vom Labor zur Analyse von Radiokohlenstoff mit Beschleuniger-Massenspektrometrie der Universität Bern die Altersbestimmung. Die Radiokarbonmessungen ergaben, dass das Tier ungefähr im Zeitraum von 24 800 bis 24 100 v. Chr lebte.
Gletscher und Steppenlandschaft im Mittelland
Damals, vor rund 26’000 Jahren, begann der Höchststand der letzten Eiszeit. Der Rhonegletscher floss vom Genfersee nach Nordosten. Er bedeckte das westliche Mittelland und endete unmittelbar westlich von Oberbipp, Aarwangen und Langenthal, also ungefähr fünf Kilometer vom Fundort entfernt. Laut dem Communiqué hätten Glaziologen der Universität Bern den Fundort geprüft. Die Abfolge und Zusammensetzung von Sand- und Kiesschichten in der heutigen Kiesgrube liessen vermuten, dass dort einst ein Fluss durchzog.
Der Stosszahn stamme wahrscheinlich von einem erwachsenen Mammut-Bullen, der in der Steppenlandschaft im Vorfeld des Rhonegletschers verendet sei. Der Fluss schwemmte den liegengebliebenen Stosszahn schliesslich an den Fundort. Überdeckt von Sand und Kies, blieben die Fragmente dort gut geschützt über Jahrtausende im Boden erhalten.
Funde aus der Eiszeit sind selten
Das eisfreie Steppengebiet des Mittellandes bot während der Eiszeit einen geeigneten Lebensraum für pflanzenfressende Mammute, Wollnashörner und Wisente. Trotzdem seien Funde aus dieser Zeit sehr selten, schreibt der Kanton weiter. Spuren von Menschen, die als Jäger in kleinen Gruppen die Kaltsteppe durchstreiften, sind aus dem Mittelland nicht bekannt. Wenn es welche gab, war ihre Zahl so gering, dass Funde unwahrscheinlich sind. Der Archäologische Dienst wird zusammen mit dem für Fossilien zuständigen Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern über die Konservierung und den Verbleib des faszinierenden Fundes entscheiden.

Fundort Kiesgrube: Beim Kiesabbau in Wynau wurde der Mammutstosszahn entdeckt.
Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Sébastien Dénervaud

Gefunden bei einem Aushub in 7 Meter Tiefe, in Oberbalm auf 740 Mh.