
Das Freilichtmuseum Ballenberg bietet jährlich rund 200'000 Besuchenden die einzigartige Gelegenheit, auf einer Fläche von 66 Hektar in das ländliche Alltagsleben vergangener Jahrhunderte einzutauchen.
zvg
Nach fast 50 Jahren Betrieb stösst das Freilichtmuseum Ballenberg hinsichtlich seiner Kapazität an seine Grenzen. Insbesondere bei der Besucherführung und den Parkmöglichkeiten im Bereich des Eingangs West besteht laut einer Mitteilung des Kantons Bern Handlungsbedarf. Zu diesem Zweck wurde ein Neugestaltungsprojekt ausgearbeitet.
Dieses umfasst ein neues Besucherzentrum mit zeitgemässen Einrichtungen, ein zentrales Sammlungsdepot mit einsehbaren Schauvitrinen sowie ein zweigeschossiges Parkdeck mit insgesamt 481 Parkplätzen. «Die Gesamtkosten für die Umsetzung betragen 38,6 Millionen Franken», teilt der Kanton mit. Der Regierungsrat habe dem Grossen Rat dazu einen Kredit über 30,6 Millionen Franken beantragt, rund 4 Millionen Franken mehr als geplant.
Mehrheit der Bildungskommission gegen Erhöhung des Kredits
Eine Mehrheit der Bildungskommission (BiK) will den Kredit jedoch bei 26,96 Millionen Franken belassen, wie er aktuell in der gesamtkantonalen Investitionsplanung eingestellt sei. Sie begründet dies damit, dass die Gesamtkosten des Vorhabens und die vorgesehene Kantonsbeteiligung in den vergangenen Jahren mehrfach gestiegen sind. Beim Projektierungskredit im Jahr 2022 wurden die Gesamtkosten noch auf 26 Millionen Franken veranschlagt, wovon der Kanton 14,9 Millionen Franken hätte übernehmen sollen (Anteil 57 Prozent).
Demgegenüber habe die Stiftung Ballenberg den vorgesehenen Eigenbetrag von zehn Millionen Franken im Jahr 2023 auf sechs Millionen Franken im Jahr 2025 reduziert. Die BiK-Mehrheit argumentiere zudem, dass Beiträge von Dritten nicht vorgängig gesichert wurden, wie dies bei vergleichbaren Projekten der Fall ist, sondern das Fundraising erst nach Zusage des Kantonbeitrags gestartet werden soll.
Umweltschonendes Mobilitätskonzept verlangt
Die Mehrheit der BiK beantragt zudem dem Grossen Rat, das Projekt mit einem Mobilitätskonzept zu ergänzen. Dieses soll nachhaltige, zukunftsfähige und umweltschonende Verkehrslösungen beinhalten, um die touristisch-betriebliche Zielsetzung des Museums und der Region umzusetzen. Ein solches Konzept sei aus Sicht der BiK-Mehrheit aufgrund der Grösse des Projekts und der Besucherströme notwendig.
Eine Minderheit der BiK unterstützt den Antrag des Regierungsrats, weil sie vom Projekt überzeugt ist. Die daraus resultierende Wertschöpfung sei zentral für die Region, die Attraktivität und positive Weiterentwicklung des Freilichtmuseums. Zudem soll die Stiftung Ballenberg finanziell nicht in Schieflage geraten. Der Grosse Rat wird sich in der Frühlingssession mit dem Kredit für das Freilichtmuseum Ballenberg befassen.