
Der Wolf wurde bereits mehrfach im Siedlungsgebiet von Meiringen gesichtet, teilt die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren mit. (Symbolbild)
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Die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern zeigt sich in einer Mitteilung tief erschüttert über einen weiteren Wolfsriss im Gebiet Meiringen BE. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag drang ein Wolf in die Schafherde von Dres Jaun und Andreas Wyss (Betriebsgemeinschaft) ein und tötete vier Tiere.
Einwandfreier Herdenschutzzaun
Besonders beunruhigend sei die Nähe zum Siedlungsgebiet. Der Vorfall ereignete sich nämlich nur rund 50 Meter von Wohnhäusern entfernt. Für die Vereinigung sei dies ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass der Wolf seine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen zunehmend verliert. Das Tier wurde bereits mehrfach im Siedlungsgebiet gesichtet. Es handelt sich mutmasslich um denselben Wolf, der kürzlich einen Rehkopf mitten im Wohngebiet gefressen hatte.

Die Schafe wurden trotz einwandfreiem Herdenschutzzaun gerissen, teilt die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren mit.
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Brisant sei zudem, dass die betroffene Schafherde durch einen einwandfrei installierten elektrischen Herdenschutzzaun gesichert war. «Der Herdenschutzzaun wurde vom Herdenschutzbeauftragten des Kantons Bern kontrolliert und als einwandfrei beurteilt. Der Zaun entsprach somit sämtlichen kantonalen Richtlinien», heisst es in der Mitteilung. Dennoch gelang es dem Wolf, den Zaun zu überwinden und in die Herde einzudringen.
Sofortiger Abschuss gefordert
Sowohl die betroffene Betriebsgemeinschaft als auch die Berner Vereinigung zeigen sich enttäuscht und verärgert darüber, dass der Wolf trotz wiederholter Vorfälle und seiner Nähe zum Siedlungsgebiet bislang nicht zum Abschuss freigegeben wurde.
Mit Verweis auf Art. 9 der eidgenössischen Jagdverordnung fordert die Vereinigung aufgrund von vier dokumentierten Rissen und der anhaltenden Präsenz des Wolfes im Wohngebiet den sofortigen Abschuss des Tieres. Die Sicherheit von Menschen und Nutztieren müsse oberste Priorität haben.
Unmittelbar nach dem Vorfall versuchte Thomas Knutti, Präsident der Vereinigung und SVP-Nationalrat, das kantonale Jagdinspektorat zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen zu klären und eine Intervention zu verlangen. «Weder die zuständige Jagdinspektorin noch deren Stellvertretung waren erreichbar», heisst es in der Mitteilung. Der jüngste Vorfall in Meiringen verdeutliche aus Sicht der Nutztierhalter einmal mehr die zunehmenden Herausforderungen im Umgang mit Grossraubtieren im Kanton Bern.
Wer freilebende Wölfe befürwortet, ist gegen die Weidehaltung von Wiederkäuern und fördert somit die Fütterung von Ackerfrüchten an Nutztiere in Stallhaltung!
Der Wolf gehört einfach nicht in die Schweiz.!!