
Ernst Wandfluh sömmert auf der Alp Ueschenen oberhalb von Kandersteg BE seine Tiere.
Michael Schinnerling
Ernst Wandfluh kniet im Video vor einem Haufen aus PET-Flaschen, Aludosen und Verpackungen. Den Beitrag hat der Landwirt und SVP-Nationalrat erst vor ein paar Tagen auf seinen Instagram-Kanal geladen. Bereits haben ihn über 24'000 Personen mit einem Herz versehen.
Kuh wegen Aludose verloren
Im Video findet Wandfluh deutliche Worte: «An denjenigen, der das hat liegen lassen: Irgendjemand muss das aufräumen. Und wir machen es nun für dich und entsorgen es.» Das nächste Mal solle er es mitnehmen. Besonders die herumliegenden Aludosen bereiten dem Landwirten Sorgen. Diese seien für Weidetiere hochgefährlich. Bereits einmal habe er eine Kuh verloren, nachdem diese Teile einer Aludose gefressen hatte, erklärt er gegenüber dem «Bund».
Wandfluh, der auf der Alp Ueschenen seine Tiere sömmert, betont jedoch, dass er nicht grundsätzlich gegen Wildcamper sei. Im Gegenteil: Gegenüber dem «Bund» sagt er, er schätze den Austausch zwischen Stadt- und Landbevölkerung, der dadurch entstehen könne: «Grundsätzlich gibt das gute Gespräche.» Die meisten Camper würden sich auch korrekt verhalten und ihren Abfall wieder mitnehmen.
Für jene Personen, die ihren Müll in der Natur zurücklassen, hat Wandfluh hingegen kein Verständnis. Gegenüber «20 Minuten» bezeichnete er das Verhalten als «arrogant und egoistisch». Für solche Personen sei es selbstverständlich, dass andere hinter ihnen aufräumten. Im aktuellen Fall habe ein Tier einen Plastiksack bereits aufgerissen, sodass sich der Abfall über eine Fläche von rund 100 Quadratmetern verteilt habe.
Wildcampieren nimmt zu
Im Video spricht Wandfluh deshalb von jenen wenigen Personen, «die den Ruf von allen versiechen». Genau diese wolle er nicht dulden. Der Abfall stamme laut seinen Angaben von einem einzigen Camper. Seit der Corona-Pandemie habe das Wildcampieren im Berner Oberland deutlich zugenommen, sagte Wandfluh dem «Bund». Früher seien während einer Sommersaison vereinzelt Camper aufgetaucht.
Heute würden in der Hauptferienzeit beinahe jeden Abend Personen mit Campingbussen auf der Alp übernachten. Die grosse Mehrheit verhalte sich dabei korrekt. Sollten sich Fälle wie jener auf der Alp Ueschenen häufen, könnte sich dies jedoch ändern. Gegenüber «20 Minuten» erklärte Wandfluh, dass er künftig weniger tolerant sein könnte und sich vorstellen könne, das bestehende Campingverbot auf seinem Land konsequenter durchzusetzen.
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