
In den vergangenen Tagen wurden 12 Schafe vom Wolf gerissen.
zvg
Im Berner Oberland sorgt ein Wolf für Unruhe. Vergangene Woche ist bei Meiringen ein Wolf in eine Schafherde eingedrungen. Das Raubtier tötete vier Schafe. Die Tiere waren durch einen Herdenschutzzaun geschützt.
«Alpsommer gefährdet»
In der Nacht von Sonntag auf Montag hat ein Wolf erneut Schafe getötet. Wie die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren in einer Mitteilung schreibt, wurden acht Schafe aus einer Herde von Landwirt Martin Teuscher gerissen. «Aufgrund des eindeutigen Rissbildes wurde vor Ort ein Wolf als Verursacher identifiziert», schreibt die Vereinigung weiter.
Aufgrund der «extrem steilen» Topographie sei kein wirksamer Schutz der Schafe möglich. Die betroffenen Landwirte seien den Angriffen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Deshalb fordert die Vereinigung den sofortigen Abschuss des verantwortlichen Wolfs. Der Schutz der Bevölkerung, der Nutztiere sowie die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung müsse oberste Priorität haben. «Ohne entschlossenes Handeln ist der bevorstehende Alpsommer akut gefährdet», heisst es in der Mitteilung. In den vergangenen Tagen wurden im Berner Oberland insgesamt 12 Schafe getötet. Die Vereinigung erwartet deshalb ein unverzügliches Handeln der kantonalen Behörden.
Voraussetzungen nicht erfüllt
Das Jagdinspektorat des Kantons Bern bestätigt gegenüber schweizerbauer.ch die Risse. «Am 4. Mai 2026 wurden in Grindelwald acht ungeschützte Schafe gerissen. Aufgrund des Rissbildes wird von einem Wolf ausgegangen», teilt die Behörde mit. Aktuell sei noch unklar, ob es sich um denselben Wolf handelt, der am 29. April in Meiringen vier durch einen Herdenschutzzaun geschützte Schafe riss. Eine DNA-Analyse ist im Gang.
Einem Abschuss erteilt das Jagdinspektorat eine Absage. «Unabhängig davon sind die Voraussetzungen für einen Abschuss gemäss Jagdgesetz aktuell nicht erfüllt», sagt das Jagdinspektorat gegenüber schweizerbauer.ch.