Aargau: Regierung will mehr Geld für Betriebshilfedarlehen

Der trockene und heisse Sommer sowie Unwetter haben der Aargauer Landwirtschaft stark zugesetzt. Der Regierungsrat will deshalb den Topf für Betriebshilfedarlehen um vier Millionen Franken aufstocken.

pd/blu |

«Der Kanton Aargau gehört zu den Top-5-Agrarkantonen der Schweiz», schreibt die Regierung. Rund 43 Prozent der Kantonsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. «Davon entfallen über 40'000 ha auf besonders wertvolle Fruchtfolgeflächen, die eine vielfältige und qualitativ hochwertige Pflanzenbauproduktion ermöglichen», so die Regierung weiter.

Liquiditätsengpässe

Die ausserordentliche Dürre- und Hitzeperiode und die Gewitterfront mit Hagelschlag vom 28. August 2026 hätten die Landwirtschaft im Kanton Aargau stark getroffen. «Ertragsausfälle, Mehrkosten und Futterknappheit führen auf zahlreichen Betrieben zu akuten Liquiditätsengpässen», schreibt die Regierung weiter.

Das Departement Finanzen und Ressourcen geht von rund 80 zusätzlichen Gesuchen von Landwirtschaftsbetrieben zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen aufgrund der Trockenheit und des Hagelschlags aus. Bei einem durchschnittlichen Darlehensbetrag von 100'000 Franken ergibt sich dadurch ein zusätzlicher Mittelbedarf von 8 Millionen Franken, den Bund und Kanton je zur Hälfte finanzieren.

Bewährtes Instrument

Der kantonale Anteil beläuft sich damit auf 4 Millionen Franken. Der bestehende Reservefonds reicht für dieses Ausmass an Schadensfällen nicht aus, wie es in der Botschaft heisst. Da diese Mittel im Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2026–2029 nicht budgetiert sind und nicht innerhalb des Globalbudgets des Aufgabenbereichs «Landwirtschaft» kompensiert werden können, beantragt der Regierungsrat einen Nachtragskredit von 4 Millionen Franken. Diesem muss der Grosse Rat zustimmen.

Betriebshilfedarlehen seien ein bewährtes Instrument, um solche vorübergehenden finanziellen Engpässe abzufedern. So können Landwirtschaftsbetrieben Darlehen zur Überbrückung vorübergehender finanzieller Engpässe wie bei Trockenheit, Todesfällen, Bränden oder Tierseuchen gewährt werden.

Mit der Umsetzung ist die Aargauische Landwirtschaftliche Kreditkasse (ALK) betraut, die Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Aargau mit verschiedenen Finanzierungsinstrumenten unterstützt.

-> Hier gehts zur Botschaft der Regierung

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