Resolution zur Raumplanung wurde verabschiedet

Die Generalversammlung des Bauernverbands Aargau stand im Zeichen eines guten Jahres und einer klaren politischen Botschaft. Die Mitglieder verabschiedeten einstimmig eine umfassende Resolution zur Raumplanung.

mgt |

Rund 200 Bäuerinnen, Bauern und Gäste nahmen laut Mitteilung an der diesjährigen Generalversammlung des Bauernverbands Aargau (BVA) teil. Neben den ordentlichen Geschäften prägte vor allem ein Thema die Versammlung: die raumplanerischen Herausforderungen für die Landwirtschaft und die dringende Notwendigkeit praxistauglicher Regeln.

«Wir erreichen viel – oft, indem wir Rückschritte verhindern. Das klingt nicht spektakulär, ist aber entscheidend für unsere Betriebe.»

BVA‑Präsident Christoph Hagenbuch

«Ein gutes Jahr – und ein klarer Auftrag»

BVA‑Präsident Christoph Hagenbuch blickte in seiner Eröffnungsrede auf ein erfolgreiches Jahr zurück – meteorologisch, wirtschaftlich und organisatorisch. Die Preise hätten sich im Mehrjahresvergleich gut entwickelt, die Kosten seien 2025 moderat geblieben und die Geschäftsstelle habe «hervorragend, lösungsorientiert und effizient» gearbeitet. Er betonte die Bedeutung der politischen Arbeit für die Branche: «Wir erreichen viel – oft, indem wir Rückschritte verhindern. Das klingt nicht spektakulär, ist aber entscheidend für unsere Betriebe.»

Ein aktuelles Beispiel sei die kantonale Richtplananpassung GÜP 2: «Dieser überladene Entwurf muss zurück an den Absender. Mit der heutigen Resolution erhöhen wir den Druck – gemeinsam und geschlossen.», so der Präsident. 

-> Ackerland muss wirtschaftlicher Entwicklung weichen

Resolution Raumplanung: «Betrieben eine Entwicklung ermöglichen»

Vorstandsmitglied Patrik Huber stellte die Resolution vor, welche gemäss der Mitteilung einstimmig verabschiedet wurde. Die Aargauer Landwirtschaft fordere eine Raumplanung, welche den Betrieben eine Entwicklung ermögliche. Zentrale Anliegen seien der Abbau unnötiger Einschränkungen, etwa durch eine Reduktion überdimensionierter Landschafts- und Schutzgebiete sowie den Verzicht auf zusätzliche Vorschriften in sensiblen Gebieten. Ebenso sollen Siedlungstrenngürtel, Pufferzonen und weitere raumplanerische Hürden aufgehoben oder entschärft werden, damit die Entwicklung der Betriebe nicht ausgebremst werde.

Zudem verlange die Branche Wildtierkorridore ohne betriebliche Einschränkungen, keine Pflicht zu zusätzlichem ökologischem Ausgleich auf Kulturland, vereinfachte und schnellere Bewilligungsverfahren sowie die konsequente Nutzung des Spielraums im neuen Raumplanungsgesetz. Schliesslich soll die Entfernungsauflage fallen, weil sie weder praktikabel noch zweckmässig sei.

-> Resolution zur Raumplanung

«Aargau isch fein»

Im Tätigkeitsprogramm ging Geschäftsführer Ralf Bucher auf die Veganinitiative ein, die im Herbst zur Abstimmung kommt. Er bezeichnete die Vorlage als Mogelpackung, welche die Konsumfreiheit einschränke, Lebensmittel verteuere und den Einkaufstourismus fördere. Gleichzeitig wies er laut Bericht darauf hin, dass der Verband mit der Ausdehnung des Gutscheins für Gastrobetriebe mit Regionalprodukten unter dem Gütesiegel «Aargau isch fein» diejenigen Restaurants unterstütze, die konsequent auf Regionalprodukte setzen. Der Gutschein ist eine Zusammenarbeit mit Aargau Tourismus und ist unter www.landwirtschaft.ag zu finden.

Solide Finanzen

Heinz Furrer präsentierte gemäss Mitteilung einen stabilen und finanziell gesunden Verbandshaushalt. Besonders positiv hebe er die langfristige Entwicklung des Eigenkapitals hervor, das seit vielen Jahren stetig wachse. Der Gewinn im vergangenen Rechnungsjahr betrug gut 69'000 Franken. Vizepräsidentin Colette Basler erläuterte die Gründe für einen Beitritt des BVA zum Verein « Schule trifft Wirtschaft », etwa die Stärkung der Berufslehre. Die Versammlung folgte dieser Argumentation und stimmte dem Beitritt klar zu.

Anerkennungen und Ehrungen

Wie jedes Jahr ehrte der BVA Personen, die sich in besonderer Weise für die Aargauer Landwirtschaft engagiert haben. Unter anderem wurden laut Mitteilung ausgezeichnet: Hansjörg Hintermann für seinen langjährigen Einsatz bei der Agricon, Viktor Mühlebach für sein grosses Engagement im Bezirksverein Zurzach, Andy Steinacher für seine Leistungen im Aargauer Obstverband, Thomas Käser für sein jahrzehntelanges Engagement im Gemüsebau und Enea Zimmermann, der an der AMA die Berufsmeisterschaft gewann.

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