
Neuangelegte Weiher locken verschiedene Tiere an.
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Seit 2022 setzt die Gemeinde Mandach AG gemeinsam mit Landwirtschaft, Grundeigentümerschaft und dem Jurapark Aargau ein umfassendes Programm zur ökologischen Aufwertung der Kulturlandschaft um, heisst es in einer Mitteilung des Vereins «Jurapark Aargau». Ziel des Grossprojekts «Biodiversität und Landschaft Mandach» ist es, Acker- und Waldstandorte in artenreiche Lebensräume zu transformieren und den Charakter der traditionellen Landschaft sichtbar zu stärken.
Mit Hochstammobstbäumen Lebensräume schaffen
Bereits erzielte Resultate belegen die Fortschritte: Über 1,5 Kilometer neue Hecken, rund 40 Weiher und sanierte Trockenmauern prägen das Ortsbild zunehmend. Historische Baumgärten, die früher den Siedlungskern umgaben, kehren Schritt für Schritt zurück. Mit Feld- und Hochstammobstbäumen entstehen wieder strukturreiche Lebensräume für Arten wie Steinkauz, Gartenrotschwanz und Wiedehopf.
Schulklassen leisteten praktische Beiträge durch Baumpflanzungen und den Bau von Wieselburgen. Bis Ende 2026 sollen mehr als 100 neue Bäume gesetzt sein. Ergänzend wurden Nistkästen installiert, um den Mangel an natürlichen Höhlen auszugleichen. «Diese Massnahme verbessert den Lebensraum der in Mandach heimischen, vom Aussterben bedrohten Fledermausart ‘Graues Langohr’», heisst es in der Mitteilung.
Mit Keyline-Design zu mehr Resilienz
Ein zweiter Schwerpunkt liege auf der Wiederherstellung der Wasserverfügbarkeit. Rund um Mandach entsteht ein eng gespanntes Netz kleiner Gewässer, die sowohl Amphibien als auch Vögeln und Säugetieren in Hitzeperioden zugutekommen. Eine 2025 durchgeführte Wirkungskontrolle bestätige die Nutzung durch Gelbbauchunke, diverse Greifvögel und sogar Dachse. Künftig wird mit Keyline-Design gearbeitet, um Regenwasser im Gelände zu halten und die Region resilienter gegen Extremereignisse zu machen. Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL begleitet dieses Reallabor wissenschaftlich.
Sofort wirksame Elemente wie Asthaufen, Steinlinsen und offene Bodenflächen ergänzen Hecken- und Baumpflanzungen. Sie schaffen Rückzugsräume für Kleinsäuger wie das Hermelin und fördern Arten, die strukturreiche Jagdhabitate benötigen. Untersuchungen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) dokumentieren bereits eine rege Nutzung durch Zielarten.
-> Wie ein Dorf auf Biodiversität und Landschaft setzt
Trockenmauern bieten Nischen für Reptilien und Insekten
Ein weiterer Baustein ist die Restaurierung traditioneller Trockenmauern. Am Besseberg werden verfallene Mauern abgebrochen und mit alter Handwerkstechnik neu errichtet. Sie bieten Nischen für Reptilien, Kleinsäuger und spezialisierte Insekten und prägen zugleich das Landschaftsbild.

Am Besseberg werden verfallene Mauern abgebrochen und mit alter Handwerkstechnik neu errichtet.
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Als nächste Etappen geplant sind zusätzliche Pflanzungen, der Biotopverbund bestehender Strukturen sowie Massnahmen für Steinkauz, Wiedehopf und Gartenrotschwanz. Das Projekt wird getragen von Gemeinde, Jurapark und privaten Partnern und durch Kanton, Stiftungen und Fonds finanziert.