
Auch der Ettershof in Selzach SO ist am Projekt «Living Labs» beteiligt. In der Walnusskultur werden neue Wege für eine ressourcenschonende Produktion erprobt.
zvg
«Vom Hof bis zum Teller und darüber hinaus». So lautet die Devise des Projekts «Agrarökologie Schweiz». Wie das Institut für Agrarökologie mitteilt, erreicht es nach intensiven Vorbereitungen mit der Lancierung der Plattform «Taste the Future» einen wichtigen Meilenstein. Gleichzeitig werden engagierte Konsumentinnen und Konsumenten gesucht, die sich aktiv einbringen möchten.
10 Bauernbetriebe als «Lebende Labore»
Im Kanton Solothurn erproben zehn Landwirtschaftsbetriebe als sogenannte «Living Labs» neue Wege für eine ressourcenschonende Produktion. In Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, Forschungseinrichtungen und der Bevölkerung entwickeln sie praxistaugliche Lösungen, die ökologische Verbesserungen ermöglichen, ohne die Produktivität zu senken.

Auch Marianne und Felix Jaggi vom Biohof in Gossliwil SO wurden für das Projekt «Living Labs» ausgewählt. Sie freuen sich, den Hof schrittweise in die Hände der nächsten Generation zu übergeben.
Hans Käser
«Das Interesse der Produzentinnen und Produzenten war sehr gross – die Auswahl fiel uns nicht leicht», sagt Annika Winzeler vom Amt für Landwirtschaft des Kantons Solothurn. Nach einer anspruchsvollen Startphase steht nun die Umsetzung konkreter Massnahmen im Fokus.
-> Hier sind die 10 teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe aufgelistet und beschrieben.
Erste Erfahrungen mit neuen Ansätzen
Die beteiligten Höfe sind im ganzen Kanton verteilt. Dazu gehört der Biohof Gossliwil im Bucheggberg, der Unterfeldhof im Wasseramt sowie Betriebe in den Bezirken Dorneck und Thierstein. Erste Erfahrungen mit neuen Ansätzen werden bereits gesammelt. Zudem öffnen mehrere Betriebe ihre Türen für Veranstaltungen rund um nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung.
Projekt «Agrarökologie Schweiz»
Das Ressourcenprojekt «Agrarökologische Transformation von Landwirtschaft und Ernährung» des Bundesamtes für Landwirtschaft, kurz «Agrarökologie Schweiz» , verknüpft Landwirtschaft und Konsum und berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Ziel ist ein nachhaltiges Ernährungssystem. Koordiniert wird es vom Institut für Agrarökologie mit Partnern aus Praxis und Forschung. Finanziert von Bund, Kanton Solothurn und Stiftungen, läuft es seit 2024 und wird bis 2030 mit Fokus auf Solothurn weitergeführt.
Besucherinnen und Besucher erhalten dabei praxisnahe Einblicke. Sie können beispielsweise bei der Haselnussernte mithelfen, Futterhecken pflanzen oder innovative Kompostierungsmethoden im Stall kennenlernen. Das Ziel bestehe darin, Landwirtschaft erlebbar zu machen und den Austausch zu fördern, heisst es in der Mitteilung.
«Schmecke die Zukunft»
Parallel dazu wurde die Plattform «Taste the Future» lanciert. Sie soll eine Gemeinschaft von rund 150 Konsumentinnen und Konsumenten aufbauen. Die Teilnehmenden besuchen Betriebe, nehmen an Workshops teil und setzen sich auf spielerische Weise mit nachhaltiger Ernährung und der Reduktion von Lebensmittelverschwendung auseinander.

Über die Plattform «Taste the Future» soll eine Gemeinschaft von rund 150 Konsumentinnen und Konsumenten entstehen.
Screenshot taste-the-future.ch
«Mitmachen können Einzelpersonen und Familien aus dem Kanton Solothurn und der näheren Umgebung», erklärt Salome Garo, Projektleiterin Konsum am Institut für Agrarökologie. Über eine App erfassen die Teilnehmenden zweimal jährlich ihre Mahlzeiten per Foto und erhalten darauf basierend individuelle Rückmeldungen zu ihrem Ernährungsverhalten, die auf den Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide basieren.
«Dabei sollen das gemeinsame Lernen, Austausch und Genuss – und nicht Verzicht – im Vordergrund stehen», heisst es in der Mitteilung. Die ersten Workshops und Erhebungen starten im Juni. Interessierte können sich ab sofort über die Plattform informieren und anmelden.