
Gegen 12’000 Aktive werden am Fest erwartet.
Jodlerfest Basel
Das Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis 28. Juni nach 102 Jahren wieder in Basel statt. Zuletzt gastierte es mit seiner ersten Ausgabe, dem Eidgenössischen Jodler-Verbandsfest im Jahr 1924, in Basel-Stadt. Erwartet werden dieses Jahr gegen 12’000 Aktive und insgesamt rund 200’000 Besucherinnen und Besucher. Budgetiert sind rund 5 Millionen Franken.
Doch wie passt ein Fest, das die Urschweizer Bräuche zelebriert, in den wohl land- und bergfernsten Kanton der Schweiz, der vom modernen, urbanen Leben dominiert wird? Carlo Conti, Präsident des Organisationskomitees des Jodlerfests und seines Zeichens ehemaliger Regierungsrat des Stadtkantons und aktiver Fasnächtler, stellt sich dieser Herausforderung.
Einander zuhören
«Meine zentrale Motivation ist, dass ich mir zunehmend Sorgen um das Auseinanderdriften von städtischen und ländlichen Lebensentwürfen mache», sagt Conti im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Man höre sich immer weniger gegenseitig zu und missioniere die eigene Lebensweise als die einzig richtige, beobachtet Conti. Dem solle das Jodlerfest in Basel entgegenwirken.
«Das Einzige, was wirklich schiefgehen kann, ist, wenn es drei Tage regnet.»
So lautet das Motto der diesjährigen Ausgabe «Stadt und Land mitenand». «Wir wollen Möglichkeiten für Begegnungen schaffen», sagt Conti. Es gehe einerseits um den Wettbewerb, aber andererseits auch darum, ein gemeinsames Volksfest zu feiern. Und dies könnten die Gäste genauso wie die Baslerinnen und Basler an der Fasnacht. «Wenn wir Raum für mehr Akzeptanz, Toleranz und Respekt schaffen können, wenn das die Medien am Ende so schreiben, haben wir unser Ziel erreicht», bringt Conti seine Hoffnung zum Ausdruck. Und natürlich hofft er auf gutes Wetter. «Das Einzige, was wirklich schiefgehen kann, ist, wenn es drei Tage regnet.»
Kulturerbe der Unesco
Auch sei das urbane Basel Volksbräuchen nicht so fern, wie man denken möge. «Früher kamen viele Leute aus ländlichen Gegenden nach Basel, um zu arbeiten», erklärt Conti. In sogenannten Landmannschaften hätten sie sich «in der fremden Stadt» unter ihresgleichen getroffen und ihre Traditionen gepflegt.
Etwa hätten die Städte, so auch Basel, ihre eigenen Traditionen. «Fragt man in den anderen Kantonen, wird das Trommeln und Pfeifen als etwas Bewahrendes empfunden», sagt Conti mit Blick auf die Fasnacht. Und diese habe mit dem Schweizer Jodeln noch etwas gemeinsam: Sie wurden beide ins immaterielle Kulturerbe der Menschheit der Unesco aufgenommen.
So soll es laut Conti am grossen Festumzug, der für die Allgemeinheit einen der Höhepunkte des Fests darstellt und am 28. Juni stattfindet, auch verbindende Elemente zwischen der regionalen Kultur und dem Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen geben.
Suche nach Wurzeln
Aus Carlo Contis Sicht sollen die Urschweizer Traditionen in der Region Basel den gleichen Stellenwert haben wie etwa der Eurovision Song Contest, der im vergangenen Jahr auch in Basel stattfand. Menschen würden in einer zunehmend technologisierten Welt wieder vermehrt nach Wurzeln suchen. Conti stellt eine Abkehr vom rein über Social Media kommunizierten Zusammensein fest.
Der Austragungsort rotiert laut Conti in einem dreijährigen Turnus unter den Unterverbänden und innerhalb dieser wiederum unter den ihnen angehörenden Kantonen. Der Grossanlass hätte eigentlich schon 2020 nach Basel kommen sollen, wurde aber wegen der Coronapandemie abgesagt. Die letzte Ausgabe wurde im Jahr 2023 in Zug gefeiert.
Die letzte Nordwestschweizer Ausgabe gab es 2005 in Aarau. Nach Basel soll das nächste Jodlerfest im Sommer 2029 in Burgdorf im Emmental stattfinden.
Zum 32. Eidgenössische Jodlerfest
Das 32. Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis 28. Juni 2026 in Basel statt. Es werden 12’000 Aktive und über 200’000 Besucher in Basel erwartet.
=> Hier gelangen Sie zur Website des Eidgenössische Jodlerfest.