Kirschbaum für 10 Franken mieten

Das dürfte schweizweit einzigartig sein: In der Gemeinde Büsserach SO stehen 370 Kirschbäume, die man auch mieten kann. Die Initiative aus der Bevölkerung reicht bis in die 1970er-Jahre zurück.

Etwas ausserhalb des Dorfes, im solothurnischen Büsserach, stehen über 370 Kirschbäume. Auf der zwei Hektaren grossen Plantage stehen Mittelstamm-Kirschbäume der Sorten Magda-Kirschen, die früh reif sind und die späten Heidegger-Kirschen. Dies ist bewusst so gewählt worden: So verteilt sich die Erntezeit.

Gratis zwei Kirschbäume

Das spielt darum eine Rolle, weil die Bäume von vielen verschiedenen Personen genutzt werden. So erhält, wer möchte und das Bürgerrecht von Büsserach besitzt, gratis zwei Kirschbäume – einen frühen und einen späten. Die übrigen Bäume der Anlage können laut srf.ch gemietet werden, auch von Auswärtigen, für 10 Franken pro Baum und Jahr.

Dies geht auf eine Initiative aus der Bevölkerung in den 1970er-Jahren zurück. Früher hatten einzelne Bürgerinnen und Bürger Kirschbäume besessen, die auf Landwirtschaftsland standen. Damit nicht alle fürs Ernten über die Felder laufen mussten, entstand die Idee, die Bäume an einem gemeinsamen Ort zusammenzuführen.

Schafe weiden in der Anlage

Die Regeln für die Nutzung der Anlage sind seit Jahrzehnten fast unverändert geblieben. Die Details sind im Allmend-Reglement über die Nutzung der Gemeinschafts-Kirschanlage geregelt. «Die Nutzniesser der Bäume verpflichten sich, an den Bäumen keine Äste abzureissen und alles zu tun, um die Bäume nicht zu verletzen», heisst es laut SRF im Reglement.

Etwa die Hälfte der Kirschbäume ist an Bürgerinnen und Bürger vergeben, die übrigen an Einwohnerinnen und Einwohner ohne Bürgerrecht oder an externe Personen. Rund 80 Prozent der Bäume werden aktuell genutzt. Damit das Gras unter den Bäumen nicht zu hoch wird, weiden in der eingezäunten Anlage Schafe. Der zuständige Landwirt entfernt zudem Brennnesseln und Brombeerstauden.

Rentiert finanziell nicht

«Jedes Jahr schneiden wir bei einem Drittel der Bäume die Äste. Freiwillige helfen mit; für Wurst, Brot und ein Getränk nehmen sie die Äste zusammen», sagt Peter Giger, Präsident der Forst- und Allmend-Kommission, gegenüber SRF. Finanziell rentiere sich die Kirschbaum-Anlage allerdings nicht, erklärt Giger weiter. Die Kosten seien höher als die Einnahmen. Erst kürzlich mussten zudem mehrere Eingangstore ersetzt werden, nachdem kleinere Tore gestohlen worden waren.

Seit rund 50 Jahren setzt die Gemeinde Büsserach auf die gemeinsame Kirschbaum-Plantage. Deren Zukunft wird derzeit diskutiert, weil rund 20 Bäume abgestorben sind. Trotzdem sei das Interesse weiterhin gross, sagt Giger gegenüber SRF. Deshalb wolle die Gemeinde an der Tradition festhalten. Wie genau die Anlage künftig aussehen soll, werde derzeit geprüft.

Schweizer Kirschen

Schweizer Kirschen sind eine Besonderheit, da sie nur im Juni und Juli Saison haben. Die letztjährige Ernte lag mit 2254 Tonnen 13 Prozent über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Kirschen enthalten laut dem Schweizer Obstverband unter anderem viel Vitamin C und Folsäure sowie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Gleichzeitig gelten sie als kalorienarm. Die Früchte können nicht nur frisch gegessen, sondern auch zu Sirup, Konfitüre oder Dörrfrüchten verarbeitet werden. Für den besten Geschmack empfiehlt der Verband, Kirschen möglichst frisch zu konsumieren und erst kurz vor dem Essen zu waschen.

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