Der Grosse Rat beschloss die Standesinitiative für den A1-Ausbau am Dienstag mit 96 zu 34 Stimmen. Dafür waren SVP, FDP, Mitte-Partei und GLP. Dagegen stimmten SP und Grüne.
«Klares Signal»
Der Aargau sei «nicht irgendein Durchfahrtskanton», hiess es bei den Befürwortern. Der Kanton müsse ein klares Signal nach Bern senden. Landammann Stephan Attiger (FDP) sagte, es sei für den Kanton Aargau zentral, dass die Autobahn- und Bahnachsen ausgebaut würden.
Konkret soll der Bund den Ausbau auf sechs Fahrstreifen definitiv in den Ausbauschritt 2027 aufnehmen. Dieser Abschnitt gehöre mit täglich rund 88'000 Fahrzeugen und einem hohen Lastwagenanteil zu den am stärksten belasteten Strecken der Schweiz, heisst es in der Standesinitiative. Ohne diesen Ausbau drohten bis zum Jahr 2040 täglich mehrstündige Staus und unerwünschter Ausweichverkehr auf Kantons- und Gemeindestrassen. Der Regierungsrat sprach sich für die Standesinitiative aus.
Bahnausbau auf Ost-West-Achse verlangt
Das Parlament beschloss mit dem Stimmen von Links-grün eine zweite Standesinitiative. Es geht um die Entlastung der Ost-West-Bahnachse, also um die Bahnlinie Olten über Aarau nach Zürich. Die Planung solle mit höchster Priorität vorangetrieben werden, lautet die Forderung.
Der Bund solle sicherstellen, dass die notwendigen finanziellen Mittel für Entlastungsmassnahmen, etwa für die Behebung des Engpasses Heitersbergtunnel, in der Botschaft 2031 verankert werden. Der Heiterbergtunnel auf der nationalen Achse sei der grösste Engpass der Schweiz und ein Stabilitätsrisiko, heisst es in der Standesinitiative.
Der zweispurige und 4,9 Kilometer lange Bahntunnel sei einer der meistbefahrenen Strecken und nach Effretikon ZH der am zweitstärksten frequentierte Querschnitt des Bahnnetzes, steht in der Begründung der Initiative. Im Jahr 2025 passierten demnach 190'000 Personen- und Güterzüge den Abschnitt und durchschnittlich reisten 100'700 Personen pro Tag durch den Heitersberg.
