
Auch ein höherer Anteil an Leguminosen, also stickstoffbindenden Kulturen, in der Fruchtfolge wird erprobt.
Angela Häusermann
Zehn Solothurner Landwirtschaftsbetriebe testen ressourcenschonende Methoden, um ihren Betrieb besser für zukünftige Herausforderungen zu rüsten. Dazu gehören laut dem Kanton Solothurn verschiedene Massnahmen:
- reduzierte Bodenbearbeitung
- Verbesserung der ökologischen Qualität von bestehenden Biodiversitätsförderflächen
- ein erhöhter Anteil an Leguminosen, also stickstoffbindenden Kulturen, in der Fruchtfolge
- oder die Pflanzung von Bäumen und Futterhecken, sogenannten Agroforstsystemen.
«Taste the Future»
«Die Massnahmen tragen dazu bei, die Resilienz der Betriebe zu stärken – eine wichtige Grundlage für ihre Zukunft, wie der derzeit aussergewöhnlich heisse und trockene Sommer eindrücklich zeigt», schreibt der Kanton Solothurn in der Mitteilung zum Projekt.
Unter dem Motto «Taste the Future» beteiligten sich zudem auch 150 Konsumentinnen und Konsumenten am Projekt. Damit will der Kanton Solothurn Landwirtschaft und Konsum verbinden, um ein nachhaltigeres Ernährungssystem praktisch zu erproben.
Genuss statt Verzicht
«Die Teilnehmenden erfassen ihren Lebensmittelkonsum und Food Waste: Während einer Woche fotografieren sie mit einer von der ETH Lausanne entwickelten App alles, was sie essen und trinken, und dokumentieren, welche Lebensmittel im Abfall landen», erklärt der Kanton Solothurn. Wiederholte Erhebungen sollen laut Mitteilung Veränderungen im Ernährungsverhalten sichtbar machen. Im Zentrum stünden gemeinsames Lernen, Austausch und Genuss statt Verzicht.
Das Institut für Agrarökologie koordiniert das Projekt, Agroscope begleitet es wissenschaftlich und Agridea erprobt gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben partizipative und ko-kreative Methoden zur Weiterentwicklung von Wissen und zum Austausch von Erfahrungen. Zu den lokalen Partnern gehören der Wallierhof und der Solothurner Bauernverband. Auf nationaler Ebene wird das Projekt vom Schweizerischen Konsumentenforum begleitet.
Anmeldung für Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin möglich
«Das Projekt zeigt damit, welche Fortschritte für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigere Landwirtschaft durch freiwillige Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und praktisches Erproben möglich sind», heisst es in der Mitteilung.
Mitte bis Ende Oktober finden weitere Einstiegswochen für Konsumentinnen und Konsumenten statt. Teilnehmen können volljährige Personen mit Wohnsitz im Kanton Solothurn oder in der näheren Umgebung. Die Teilnahme an den Erhebungen wird jährlich mit 50 Franken vergütet. Mit jedem weiteren Teilnahmejahr erhöht sich die Vergütung.
-> Weitere Informationen und Anmeldung unter www.taste-the-future.ch
Weiterführende InformationenProjektwebseite: www.agro-eco.ch/de
Plattform Taste the Future: www.taste-the-future.ch