
Die rote Farbe des Kamms hängt mit dem Hormon Testosteron zusammen. Hennen bevorzugen oft Hähne mit ausgeprägtem Kamm.
Naturmuseum Thurgau
Die Zucht des aus Asien stammenden Wildhuhns blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor rund 3500 Jahren begann der Mensch, das Huhn zu züchten. Aufgrund seines kämpferischen Wesens hat es in vielen Kulturen eine starke symbolische Bedeutung.
Wie das Naturmuseum Solothurn mitteilt, sind heute in Europa rund 200 Hühnerrassen bekannt, weltweit vermutlich rund 500. Von Zwerghühnern über Paduaner bis hin zu Malaien ist eine kleine Auswahl dieser bunten Vielfalt in der Ausstellung zu bewundern.
Vom Wildtier zum Stallhuhn
Die Sonderausstellung blickt über den Tellerrand hinaus und beleuchtet die Lebensweise der Tiere, ihre Ansprüche sowie ihre Zuchterfolge und ihre Abstammung. Darüber hinaus wird die zunehmend steigende Bedeutung als Nahrungsmittellieferant thematisiert.
Die Entwicklung des Huhns ist einzigartig. Im Vergleich zu anderen Haus- und Nutztieren wie Hund, Schaf oder Katze wurde es vergleichsweise spät domestiziert. Dennoch hat es sich zum häufigsten Nutztier entwickelt und gilt heute als zahlenmässig häufigster Vogel der Welt.

Wilde Verwandten unserer Haushühner: Schneehühner im Gefiederwechsel.
Naturmuseum Thurgau
In der heutigen Zeit begegnet uns das Huhn vor allem als jederzeit verfügbares Lebensmittel. Durch gezielte Zucht wurde das einstige Wildhuhn und spätere Hofhuhn in den vergangenen Jahrzehnten stark auf Leistung optimiert und zum Stallhuhn herangezüchtet.
15 Kilogramm Pouletfleisch pro Kopf und Jahr
Im Jahr 2021 erreichte der Bestand an Nutzhühnern in der Schweiz mit knapp 15 Millionen Tieren einen neuen Rekord. In der Schweiz werden durchschnittlich fast 200 Eier und 15 Kilogramm Pouletfleisch pro Kopf und Jahr konsumiert.
Dabei stammt nur rund zwei Drittel des in der Schweiz konsumierten Pouletfleischs aus Schweizer Produktion, mit steigender Tendenz. Ein Drittel wird aus dem Ausland importiert, vor allem aus Brasilien.
Welches Ei will die Konsumentin?
An einer Audiostation ist zu hören, dass Hühner weit mehr können, als nur gackern oder krähen. Ihr Repertoire umfasst mindestens 20 verschiedene Laute. Auch die Täuschung gehört dazu. Etwa wenn ein Hahn Hennen mit einem Futterruf anlockt, obwohl kein Futter bereitliegt.
Am Ende der Ausstellung können die Besucher ein Ei nach ihren persönlichen Kriterien «kaufen». Zur Auswahl stehen Bio-Eier, Eier aus Freilandhaltung, Bodenhaltung, Import-Eier oder veganer Eiersatz. Dieses partizipative Element macht das Konsumverhalten sichtbar. Für jüngere Gäste gibt es einen markierten «Hühnerstall», in den sie selbst gestaltete Hühnerbilder einfügen können.
Die öffentliche Vernissage der Ausstellung «Hühner – unterschätztes Federvieh» findet am Dienstag, dem 12. Mai um 18.30 Uhr im Naturmuseum Solothurn statt. Die Sonderausstellung ist bis zum 18. Oktober 2026 zu sehen.