«Faire Preise statt Migros-Almosen»

Die Migros unterstützt von der Trockenheit betroffene Bauernbetriebe mit zwei Millionen Franken. Der Schaffhauser Bauernverband fordert jedoch mehr. Anstatt einmaliger Hilfen brauche es faire Produzentenpreise, von denen Bauernfamilien leben können.

pd/ome |

Die Migros stellt zwei Millionen Franken zur Verfügung, um Landwirtschaftsbetriebe zu unterstützen, die durch die Trockenheit in eine existenzbedrohende Lage geraten sind. Für den Schaffhauser Bauernverband greift diese Hilfe jedoch zu kurz, wie er in einer Mitteilung informiert.

Anstatt einmaliger Unterstützungszahlungen seien Produzentenpreise nötig, die es Bauernfamilien ermöglichen, von ihrer Arbeit zu leben und auch schwierige Jahre aus eigener Kraft zu bewältigen.

-> Migros unterstützt Bauern mit zwei Millionen

43 Franken pro Betrieb

Auf den ersten Blick erscheint ein Betrag von zwei Millionen Franken beachtlich. Der Schaffhauser Bauernverband setzt diesen Unterstützungsbeitrag jedoch ins Verhältnis zu den rund 47'000 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz und errechnet daraus einen Betrag von rund 43 Franken pro Betrieb.

Die Gelder werden zwar nicht gleichmässig auf alle Betriebe verteilt, sondern gezielt an Härtefälle ausbezahlt. Der Vergleich verdeutliche jedoch die Grössenordnung. Gemessen an den wirtschaftlichen Herausforderungen der Schweizer Landwirtschaft sei die Summe bescheiden, findet der Schaffhauser Bauernverband. Aus seiner Sicht sei dies der falsche Ansatz.

«Wollen von Arbeit leben können»

Landwirtinnen und Landwirte wollen nicht auf Spenden angewiesen sein, sondern Preise erhalten, die ihre Arbeit angemessen entschädigen. «Es kann nicht das Ziel sein, dass Bauernfamilien zuerst wirtschaftlich an ihre Grenzen kommen und anschliessend Gesuche um Unterstützung stellen müssen», sagt Lara Jäckle-Winzeler, Geschäftsführerin des Schaffhauser Bauernverbands.

«Wir wollen von unserer Arbeit leben können», ergänzt sie. Gerade ein Unternehmen wie die Migros habe als bedeutender Abnehmer von Schweizer Lebensmitteln einen wesentlich nachhaltigeren Hebel in der Hand, nämlich die Produzentenpreise.

Den Hebel richtig ansetzen

Anders als einmalige Hilfszahlungen an einzelne Betriebe stärken faire Produzentenpreise die gesamte produzierende Landwirtschaft dauerhaft, so der Schaffhauser Bauernverband. Sie schaffen finanziellen Spielraum, ermöglichen Investitionen und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Betriebe gegenüber schwierigen Jahren und ausserordentlichen Ereignissen.

Der Schaffhauser Bauernverband möchte deshalb keine weiteren Spendenaktionen. Die Migros und der gesamte Detailhandel sollen ihrer Verantwortung vielmehr dort nachkommen, wo sie langfristig Wirkung entfaltet: bei angemessenen Produzentenpreisen für Schweizer Lebensmittel.

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