Grosses Kornkreuz im Tösstal

Wer im Sommer auf der Piste 14 oder 16 am Flughafen Zürich landet oder startet, könnte einen ungewöhnlichen Anblick erhaschen: Tief unten im hügeligen Tösstal, fast im Zentrum von Turbenthal, leuchtete ein makelloses gelbes Kreuz. Wie es dazu kam.

Das mittlerweile abgeerntete Weizenfeld gehört Martin Lüssi. Die Idee zum zur Schweizer Fahne auf grünen Grund hatte 59-jährige Biolandwirt und Energiewirt beim Zusammenstellen des Fruchtfolgeplans. Die «Breiti» ist eine 2,5 Hektaren grosse Parzelle mitten in Turbenthal. Fast 60 Jahren war dieses Feld eine Wiese, zwischendurch auch Schauplatz für Zirkus, Turn- und Dorffeste. Ein ausgeglichener Pflanzenbestand, fast makellos, nur der Hahnenfuss und die Blacke nehmen in nassen Jahren mehr Platz ein, als ihnen zusteht.

Lüssi zögerte

«Das Umbrechen einer so alten und ertragreichen Wiese liess mich zögern», gibt Lüssi offen zu. Doch bald zeichnete sich eine elegante Lösung ab: Nicht die ganze Fläche musste weichen. Vorerst nur das Kreuz. Im Gespräch zwischen Vater und Sohn Nico war bald klar: «Die einfache geometrische Form der Landesflagge ist perfekt», erinnern sich beide Lüssis. Nico Lüssi, der beruflich als Helikoptermechaniker über das Tösstal fliegt, würde das Kreuz mit eigenen Augen sehen können.

Mit einem gemieteten GPS-Gerät steckten die beiden rechtzeitig die Punkte des Kreuzes präzise ab. Kaum waren sie fertig, kam ein Kollege vom benachbarten Lohnbetrieb und pflügte die Erde sorgfältig und exakt um. Kurz darauf rollte die Saatkombination über das Kreuz – bestellt mit der Winterweizensorte «Montalbano». «Die Konturen nach dem Ackern waren bereits ein Blickfang», sagt Martin Lüssi. 

80 Meter

Im Sommer stand das Kreuz in vollem Glanz: 80 Meter breites goldgelbes Wintergetreide auf dem satten Grün der alten Wiese. «Ein Anblick, der Passanten stehen blieben liess, Piloten schmunzeln und Dorfbewohner staunen liess», führt der Biolandwirt aus. Lüssi bot einen Drohnenfotografen auf, um das Kreuz auf dem Feld festzuhalten. «Die Luftaufnahmen des Mähdreschers der Mähdreschergemeinschaft Neubrünnlertal am 14. Juli zeigen eindrücklich, was ein Landwirt mit Herzblut, GPS und verlässlichen Lohnunternehmern auf die Beine stellen kann», so Lüssi weiter.

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