Kopf explodiert nach 13 Minuten – Böögg sagt schönen Sommer voraus

Am Zürcher Sechseläuten ist der Kopf des Bööggs nach exakt 12 Minuten und 48 Sekunden explodiert. Das Zürcher Wetterorakel verspricht damit einen guten Sommer 2026. Die äusseren Bedingungen waren am Montag ideal für ein schnelles Ende des Böögg.

sda |

Für einmal ging es dem Böögg früh an den Kragen. Ob es denn ein so guter Sommer wird, bleibt offen. Als Wetterfrosch ist der Böögg nicht immer sehr zuverlässig.

Um Punkt 18 Uhr, beim sechsten Schlag der Glocken, entzündete der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler den Holzstoss unter dem Böögg. Noch nicht ganz alle Zünfte waren da auf dem Sechseläutenplatz angekommen. Mit seinem bei SRF geäusserten Tipp von 18 Minuten lag Bühler leicht daneben.

Während die Reitergruppen der Zünfte zum «Sechseläutenmarsch» den Böögg umrundeten, schien die Sonne, der Wind ging nur leicht. Nach 10 Minuten explodierten die erste Böller, die Flammen schlängelten sich zum Böögg hoch. Während der Holzstoss noch länger brannte, ging die Winterfigur schnell in Flammen auf.

Beliebte Ehrengäste

Auffällig gut kamen die prominenten Ehrengäste aus Musik und Sport bei den Besucherinnen und Besuchern an, allen voran Sängerin Beatrice Egli. Unter den 120 Ehrengästen liefen in diesem Jahr neben Egli Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, die Eishockeylegenden Mark Streit und Andres Ambühl oder der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain mit.

Vom Bundesrat war ausser Baume-Schneider niemand vertreten. 2025 waren noch vier Bundesräte dabei. Der Präsident des HC Davos, Gaudenz Domenig, gönnte sich den Ausflug nach Zürich, bevor sein Verein am Abend das zweite Finalspiel gegen Fribourg-Gottéron bestreitet. Auch Armeechef Benedikt Roos nahm den Marsch zum Sechseläutenplatz auf sich.

Besonders viele Ehrengäste kamen aus dem Gastkanton Graubünden, unter anderem war der gesamte Regierungsrat vertreten. Auch Ständeratspräsident Stefan Engler, Schauspielerin Tonia Maria Zindel, Ex-Mister Schweiz Renzo Blumenthal und Ex-Langläufer Dario Cologna waren dabei. Während Schwingerkönig Armon Orlik bei den Bündnern mitlief, war sein Bruder Curdin, dreifacher Eidgenosse, Ehrengast bei der Zunft zum Weggen.

Hochräder und Roboter

Eine Premiere gab es dank den Bündnern zu bestaunen: Ein humanoider Roboter lief am Umzug mit. Er machte auf den Tech-Summit in Davos im Sommer aufmerksam und konnte mit den menschlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mithalten.

Diverse Bündner Gruppen liefen an der Spitze des Umzugs. Sie zeigten sich in Trachten, als Heuer oder Skifahrer und Bergführer aus längst vergangenen Zeiten. Einige Mitglieder der Stadtzunft waren auf Hochrädern unterwegs, ein nicht ungefährliches Fortbewegungsmittel zwischen den Tramschienen. Bei den Reitern sah das doch etwas sicherer aus.

Auffällig: Die Mitglieder der Zunft zum Kämbel verzichteten auf braun bemalte Gesichter. Vor zwei Jahren beschloss die Zunft, dass sich die Mitglieder frei entscheiden können. In der Vergangenheit war das «Brownfacing» obligatorisch, was von einigen als rassistisch empfunden wurde.

Tausende in der Stadt

Tausende säumten die Strassen der Zürcher Innenstadt. Traditionell verteilten sie Blumen an die Ehrengäste und die Zünfter. Die Strecke verlief die Bahnhofstrasse entlang bis zum Bürkliplatz und zurück. Über das besonders stark bevölkerte Limmatquai liefen Zünfter, Bündnerinnen und Ehrengäste dann zum Sechseläutenplatz. Nennenswerte Zwischenfälle waren bis am Abend keine bekannt.

Auf dem Sechseläutenplatz harrte der Böögg zuvor stundenlang seines Schicksals, die Fliege zierten zwei Steinböcke, die an den Gastkanton Graubünden erinnern sollten. Nach dem langen Warten kam das Ende dann schnell. Die Glut des Feuers nutzen Zürcherinen und Zürcher danach traditionellerweise, um auf dem Sechseläutenplatz Würste zu braten.

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