Kornkreis im Zürcher Weinland entdeckt

In einem Getreidefeld im Zürcher Weinland ist ein Kornkreis aufgetaucht. Entdeckt wurde der rund 51 mal 66 Meter grosse Kornkreis von einem Drohnenpiloten. Wie die Formation entstanden ist, bleibt vorerst ein Rätsel.

Am Morgen des 23. Junis machte Fotograf Ricardo Perret auf dem Weg zur Arbeit eine ungewöhnliche Entdeckung, wie es auf der Hompage der Meldestelle Kornkreise Schweiz heisst. In einem Weizenfeld seien ihm kreisförmige Strukturen aufgefallen.

Da er beruflich Luftaufnahmen erstellt und stets eine Drohne im Auto mitführt, liess er diese kurzerhand aufsteigen. Die Luftbilder zeigen eine kunstvoll gestaltete Formation mitten im Feld.

Was ist ein Kornkreis?

Jedes Jahr werden weltweit zahlreiche faszinierende Muster in Getreidefeldern entdeckt. Die Pflanzen sind oft nicht abgeschnitten oder geknickt, sondern meist niedergedrückt und zu attraktiven Bodenmustern verdreht.

Oft sind komplexe, geometrische Muster in einer hohen Präzision abgebildet, die mehrere Fussballfelder gross sein können. Ihre ganze Wirkung entfalten sie erst, wenn sie aus der Luft betrachtet werden. ats

Präzise Spirale im Weizen

Der Kornkreis im Zürcher Weinland besteht aus einer zweiarmigen Spirale, die sich aus unterschiedlich grossen Kreisbögen zusammensetzt. In den drei Kreisen im Zentrum sowie an den Enden der Spiralarme scheint der Weizen spiralförmig im Uhrzeigersinn niedergelegt worden zu sein.

Im Mittelpunkt des mittleren Kreises ist zudem ein Büschel stehen geblieben. Die gesamte Formation misst laut der Meldestelle Kornkreise Schweiz rund 51 mal 66 Meter und wirkt sauber und präzise ausgearbeitet.

Landbesitzer nicht erfreut

Bei einem Augenschein vor Ort durch den Gründer der Meldestelle Kornkreise Schweiz, Franz Ulrich, konnte der Besitzer des Feldes kontaktiert werden. Er befand sich allerdings in den Ferien und zeigte sich laut Aussagen von Ulrich wenig erfreut über das filigrane Muster in seinem Getreidefeld.

Eine Begehung des Feldes über die Traktorspuren erlaubte er nicht. «Das akzeptiere und respektiere ich -schliesslich handelt es sich um Privateigentum», sagt Franz Ulrich in einem Interview gegenüber dem «Schweizer Bauer».

Das eigentliche Problem sei für Landwirtinnn und Landwirte häufig nicht der Kornkreis selbst, sondern die vielen Besucher. «Vertrampelte Felder und beschädigte Kulturen verursachen oft grössere Schäden als der Kornkreis», erklärt Ulrich. Er wünsche sich, dass Kornkreise nicht zu einem Ärgernis für die Landwirtschaft werden würden. «Wer einen Kornkreis besucht, sollte die Anweisungen des Landwirts respektieren», unterstreicht Ulrich im Interview.

Weil der Kornkreis im Zürcher Weinland bisher nicht aus der Nähe besucht wurde, bleibt unklar, ob die Halme geknickt, gebrochen oder lediglich gebogen wurden – ein Indiz über die Entstehung der grossen Muster.

Entstehung bleibt ungeklärt

Wie der Kornkreis entstanden ist, lässt sich derzeit nicht beantworten. Ohne Untersuchung vor Ort bleibt offen, ob die Formation von Menschen geschaffen wurde oder auf andere Weise entstanden ist. Frühere Kornkreise in der Schweiz konnten laut Beobachtern etwa zu einem Drittel eindeutig menschlichen Ursprungs zugeordnet werden.

«Viele schliessen andere Erklärungen von vornherein aus, ohne sich vertieft mit dem Thema beschäftigt zu haben», sagt Ulrich.In einem weiteren Drittel blieb die Entstehung ungeklärt, während in den übrigen Fällen aufgrund der Machart oder der kurzen Entstehungszeit eine menschliche Ursache als wenig wahrscheinlich galt.

Ob auch der neue Kornkreis im Zürcher Weinland eines Tages erklärt werden kann, bleibt abzuwarten. Vorerst sorgt die präzise Formation vor allem für Staunen. «Mich fasziniert vor allem, dass ein Kornkreis so viele unterschiedliche Disziplinen miteinander verbindet», sagt Ulrich. Was er damit genau meint und wie aus seiner persönlichen Sicht Kornkreise entstehen, können Sie im exklusiven Interview lesen.

Das sagt die Forschung

Die wissenschaftliche Erforschung von Kornkreisen erlebte ihre intensivste Phase zwischen den 1990er- und den frühen 2010er-Jahren. Einen wichtigen Beitrag leistete das 1992 gegründete BLT Research Team in den USA, das zahlreiche Untersuchungen durchführte und seine Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte.

Auch andere Forschungsgruppen und unabhängige Wissenschaftler befassten sich mit dem Phänomen und publizierten Bücher sowie Fachbeiträge. Heute ist es um die Kornkreisforschung ruhiger geworden – einerseits, weil in den letzten Jahren kaum neue Erkenntnisse gewonnen wurden, andererseits, weil die Zahl der gemeldeten Kornkreise seit ihrem Höhepunkt Anfang der 1990er-Jahre mit über 700 Formationen pro Jahr stark zurückgegangen ist.

Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei der Entstehung bestimmter Kornkreise verschiedene elektromagnetische Kräfte beteiligt sein könnten. Dazu zählen mikrowellenähnliche Einflüsse, welche die Wachstumsknoten der Halme verlängern oder aufplatzen lassen können, elektrische Impulse, die das Pflanzenwachstum beeinflussen, sowie starke Magnetfelder, welche im Boden zur Bildung kleiner magnetischer Eisenkügelchen führen.

Augenzeugen berichten zudem immer wieder, dass sich einzelne Kornkreise innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden bilden – begleitet von Lichtphänomenen wie Licht- oder Plasmabällen, Kugelblitzen, Wirbelwinden oder anderen nicht identifizierbaren Erscheinungen. ats

Kommentare (1)

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  • Trudi Krieg | 03.07.2026

    "Es gib mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als eure Schulweisheit euch träumen lässt." Dieses Shakespeare Zitat hat mir nicht die künstliche Intelligenz zukommen lassen, sondern es tauchte in meinem Gedächtnis auf wo es vor gut sechs Jahrzehnten unsere Seklehrerin, die gute Schwester Lea, verankert hat. Müssen wir denn alles erklären können, die


    Welt entzaubern, das Staunen verlernen? Haltet die Augen offen, ob noch mehr Kornkreise entstehen, aber versucht nicht herauszufinden wie sie entstehen!

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