
Winti isst vo eusne Böde: Die Winterthurer Landwirte liefern grosse Teile der Lebensmittel für die ganze Stadt.
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In Winterthur wehren sich Landwirte gegen den geplanten Gestaltungsplan «ARA Hard», der im Zusammenhang mit dem Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) steht. Sie haben deshalb die Interessengemeinschaft zum Schutz der Fruchtfolgeflächen der Stadt Winterthur (IG FFF) gegründet
- > Winterthurer Landwirte kämpfen um ihre Fruchtfolgeflächen.
Die IG FFF hat das Referendum gegen den «Öffentlichen Gestaltungsplan und die Zonenplanänderung ARA Hard» offiziell eingereicht. Innerhalb weniger Wochen wurden 1372 Unterschriften gesammelt, für ein Referendum werden 500 benötigt. Mit der hohen Anzahl Unterschriften erhält das Referendum ein grosses politisches Gewicht.
IG FFF fordert Alternativen
Die besonders ertragreichen Böden im Gebiet Niederfeld gelten als zentral für die regionale Lebensmittelproduktion und die Ernährungssicherheit. Die IG FFF mit rund 300 Mitgliedern kritisiert, dass wertvolles Kulturland dauerhaft verloren ginge, ökologische Ausgleichsmassnahmen ohne ausreichende Einbindung der Betroffenen geplant worden seien und unnötige Mehrkosten entstünden.

Landwirt Jan Ehrbar übergibt Luca Fasnacht (im roten Pullover) von der Stadtkanzlei die gesammelten Unterschriften.
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Die IG fordert Alternativen ohne Verlust von Fruchtfolgeflächen, praxistaugliche ökologische Lösungen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeldern. Das Ziel sei eine Volksabstimmung, um die Planung entsprechend anzupassen, so die IG. Die Winterthurer Bevölkerung wird über das Schicksal der Fruchtfolgeflächen entscheiden können.
Grosses Verständnis für Winterthurer Bauern
Die IG FFF betont: «Das Referendum ist kein Nein zur ARA, sondern ein Ja zu besseren Lösungen.» Ihr Kampf gelte nicht der Verhinderung des Ausbaus der Abwasserreinigungsanlage, sondern der Überarbeitung der Gestaltungs- und Zonenpläne. Laut der IG FFF gibt es genügend Flächen, auf denen eine Ersatzaufforstung möglich ist, ohne dass Fruchtfolgeflächen zerstört werden.
Die Unterschriftensammlung sei dabei äusserst unkompliziert verlaufen. «Wir mussten kaum argumentieren. Fast jede und jeder hat sofort unterschrieben. Das grosse Unverständnis gegenüber den Plänen der Stadt war deutlich spürbar», sagt Landwirt Jan Ehrbar. Mit der Unterschriftensammlung wurde aus seiner Sicht ein klares Signal aus der Bevölkerung gesetzt: «Wir spüren einen enormen Rückhalt. Viele Menschen verstehen nicht, weshalb für eine Ersatzaufforstung ausgerechnet bestes Ackerland geopfert werden soll.»
-> Hier gehts zur Website der IG FFF
Gestaltungsplan «ARA Hard»
Der Gestaltungsplan «ARA Hard» legt fest, wie die Abwasserreinigungsanlage in Winterthur baulich und landschaftlich erweitert werden darf. Er regelt Bauflächen, Infrastruktur, Zufahrten und technische Anlagen. Gleichzeitig enthält er Vorgaben für Ersatzaufforstungen, ökologische Aufwertungen und den Schutz von Landschaft und Fruchtfolgeflächen. Ziel ist, den Ausbau der ARA städtebaulich, ökologisch und landschaftlich verträglich umzusetzen. ome