
Winti isst vo eusne Böde: Die Winterthurer Landwirte liefern grosse Teile der Lebensmittel für die ganze Stadt.
zvg
Insgesamt sammelten die Landwirtinnen und Landwirte über 1200 gültige Unterschriften gegen den «Öffentlichen Gestaltungsplan und die Zonenplanänderung ARA Hard». Die Stadt Winterthur bestätigte vergangene Woche das Zustandekommen.
Nicht gegen ARA
Die Winterthurer Landwirtinnen und Landwirte freuen sich über die Unterstützung aus der Bevölkerung: «Die Leute sind für die Unterschriften fast Schlange gestanden. Die Leute verstehen nicht, warum die Stadt keine bessere Lösung umsetzen will. Es gibt zahlreiche Flächen, auf denen die Ersatzaufforstung möglich ist, ohne bestes Ackerland zu zerstören», sagt Landwirt Jan Ehrbar von der Interessengemeinschaft zum Schutz der Fruchtfolgeflächen der Stadt Winterthur (IG FFF).
Die Bauern wehren sich nicht gegen den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA). Die IG FFF betont: «Das Referendum ist kein Nein zur ARA, sondern ein Ja zu besseren Lösungen.» Die Stadt Winterthur plant als Ersatzmassnahme für eine notwendige Rodung eine Aufforstung auf hochwertigem Ackerland im Niederfeld in Wülflingen. «Die dortigen Fruchtfolgeflächen zählen aber zu den produktivsten der Region und sind für die inländische Nahrungsmittelproduktion sehr wichtig», schreibt die IG FFF. Sie fordert deshalb, dass diese Aufforstung auf weniger hochwertigem Land vorgenommen wird.
Korrekur angestrebt
«Mit dem Referendum können Winterthurerinnen und Winterthurer jetzt an der Urne eine bessere Lösung verlangen», schreibt die IG FFF weiter. Die IG FFF hat rund 300 Mitglieder und vereint die Winterthurer Landwirtinnen und Landwirte sowie die privaten Besitzerinnen und Besitzer landwirtschaftlicher Grundstücke in Winterthur.
Mit dem Referendum will die IG FFF eine Korrektur der Vorlage erreichen:
- eine Ersatzaufforstung ohne Verlust von Fruchtfolgeflächen.
- praxistaugliche Ökomassnahmen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft
- ein haushälterischer Umgang mit öffentlichen Geldern
- ein rascher ARA-Ausbau ohne Verzögerung
-> Hier gehts zur Website der IG FFF
Gestaltungsplan «ARA Hard»
Der Gestaltungsplan «ARA Hard» legt fest, wie die Abwasserreinigungsanlage in Winterthur baulich und landschaftlich erweitert werden darf. Er regelt Bauflächen, Infrastruktur, Zufahrten und technische Anlagen. Gleichzeitig enthält er Vorgaben für Ersatzaufforstungen, ökologische Aufwertungen und den Schutz von Landschaft und Fruchtfolgeflächen. Ziel ist, den Ausbau der ARA städtebaulich, ökologisch und landschaftlich verträglich umzusetzen. ome