Wassermanagement beginnt lange vor der Trockenheit

Zunehmende Trockenperioden stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Im Rahmen des Ressourcenprojekts «Integrales Wassermanagement Thurgau» testen Betriebe Lösungen für eine effizientere Wassernutzung und eine langfristige Versorgungssicherheit. Pilotbetriebe trafen sich zu einem ersten Erfahrungsaustausch.

ome/pd |

Das Ressourcenprojekt «Integrales Wassermanagement Thurgau» zielt darauf ab, die Landwirtschaft im Thurgau besser auf zunehmende Trockenperioden vorzubereiten. Durch effizientere Bewässerung, einen verbesserten Bodenwasserhaushalt und eine regionale Koordination der Wassernutzung soll die landwirtschaftliche Produktion trotz knapper werdender Wasserressourcen gesichert werden. In den kommenden fünf Jahren soll sich zeigen, welche Massnahmen und Hilfsmittel sich in der Praxis bewähren.

Kick-off-Veranstaltung

Das Projekt erstreckt sich von 2025 bis 2032, wobei gestaffelt 46 Landwirtschaftsbetriebe eingebunden werden sollen. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird gemeinsam von Agroscope, der Ostschweizer Fachhochschule (OST) und dem Arenenberg untersucht. An einer Kick-off-Veranstaltung trafen sich die für das Jahr 2027 ausgewählten zehn Betriebe, wie die Projektleiter mitteilen.

An der Veranstaltung berichteten zudem die 16 Pilotbetriebe, die als «Pioniere» seit Anfang 2026 den praktischen Teil des Projekts eingeleitet haben, über ihre Erfahrungen. «Die Landwirtinnen und Landwirte müssen in Bezug auf die Ressource Wasser zahlreiche Entscheidungen treffen, um wirtschaftlich zu produzieren», sagt Rainer Messmer, Leiter des Ressourcenprojekts «Integrales Wassermanagement Thurgau».

Umfassender Massnahmenkatalog

Die zehn neuen Projektbetriebe wurden in einen umfassenden Massnahmenkatalog eingeführt. Bis Ende des Jahres führt das Projektteam eine Ist-Analyse auf den Betrieben durch. Auf dieser Grundlage werden geeignete Massnahmen ausgewählt, die bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden. Einige dieser Massnahmen lassen sich einfach realisieren, etwa das Einschwemmen bei der Pflanzung, eine Zwischenbegrünung oder eine reduzierte Bodenbearbeitung, heisst es in der Mitteilung.

Aufwendiger sei es, die Wasserverfügbarkeit durch Speicher oder Lösungen mit den Versorgern zu verbessern. «Der Bau von Wasserspeichern zum Beispiel ist finanziell und bewilligungstechnisch eine grössere Herausforderung», erklärt Messmer. Solche Vorhaben müssen sorgfältig abgeklärt werden. Auch beim effizienteren Einsatz des vorhandenen Wassers gibt es verschiedene Systeme, die sich je nach Kultur unterschiedlich gut eignen, heisst es. 

Erfahrungen aus dem ersten Projektjahr

Mit den 16 Pilotbetrieben konnte das Projektteam in diesem extremen Jahr bereits erste Erfahrungen sammeln. Auf einem Gemüsebaubetrieb kam beispielsweise beim Salatanbau weisse und schwarze Abdeckfolie zum Einsatz. «Zusätzlich haben wir Feuchtesensoren installiert und so gezielt bewässert», erklärt Alexandra Siffert von Agroscope. Das Vorgehen zeigte, welchen Einfluss die Folien auf Qualität und Ertrag haben. Erste Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

Den Projektbetrieben stehen dabei verschiedene digitale Tools zur Verfügung, mit denen sich Daten messen, aufzeichnen und auswerten lassen. Diese Daten werden auf einer Plattform zusammengeführt. Aus den Projekterfahrungen sollen Empfehlungen entwickelt werden, von denen alle Landwirtschaftsbetriebe profitieren können. Ein erfolgreiches Wassermanagement erfordert einen Blick weit nach vorne. Bei einer Fruchtfolge von drei bis vier Jahren beginnt diese Planung lange vor dem nächsten Hitzesommer.

Weitere Projektbetriebe gesucht

Die Anmeldungen für das Projektjahr 2027 sind abgeschlossen. Für die Jahre 2028 und 2029 können wiederum zehn neue Betriebe ins Projekt aufgenommen werden. Die Betriebe werden für ihre Teilnahme finanziell entschädigt.

-> Hier finden Sie Informationen zu den Anforderungen, wenn Sie mit Ihrem Acker-, Gemüse-, Obst- oder Beerenbaubetrieb aus dem Thurgau am Projekt teilnehmen möchten.

-> Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt

Lesen Sie zum Thema «Wassermanagement» auch folgende Artikel: 

-> Wie ein Bauer der Trockenheit den Kampf ansagt

-> Neues Unternehmen stärkt Wassermanagement

-> Landwirtschaft soll früher vor Trockenheit gewarnt werden

-> Wasser im Boden halten: Projekt stösst bei Bauern auf Interesse

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