
Zwischenfutter kann viehhaltende Betriebe entlasten.
Samen Steffen
Die Trockenheit scheint in vielen Regionen der Schweiz kein Ende zu nehmen. Im Juli hat sich die Situation weiter verschärft. Über die ganze Schweiz gesehen fehlt gemäss Meteonews rund die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags.
Gras wächst nicht mehr
Die geringsten Niederschlagsmengen wurden in den Regionen Mittelland, Jura, Alpennordhang und Alpensüdseite gemessen. Dort fielen teils weniger als 20 Prozent des üblichen Regens. Und auch im August dürften keine grossen Mengen Regen fallen.
Das Gras auf den Wiesen und Weiden wächst nicht mehr. Um ihre Tiere zu versorgen, geben Viehhalterinnen und Viehhalter ihren Tieren das Winterfutter oder bringen die Kühe vorzeitig in den Schlachthof. Um die Situation zu lindern, haben der Schaffhauser und der Zürcher Bauernverband eine Herbstfutterbörse lanciert.
Eigenverantwortung übernehmen
Die Onlinebörse soll Anbieter und Nachfrager unkompliziert zusammenbringen, teilen die beiden Verbände mit. Sie vermitteln die Kontakte, während die Betriebe die Details direkt selbst regeln. «Ergänzend stellen die Verbände Empfehlungen und fachliche Unterstützung bereit», heisst es in der Mitteilung.
Die Verbände appellieren an die Eigenverantwortung der Landwirtschaft: «Ackerbaubetriebe und Betriebe mit wenig Tierhaltung können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie bei geeigneter Witterung Zwischenfutter für Berufskolleginnen und Berufskollegen anbauen oder ihren Körnermais als Futtermais verkaufen.»
Angebot ist kostenlos
Die Produzenten seien dazu auch bereit, so die Verbände. Voraussetzung sei jedoch, dass die Abnahme gesichert ist und die Konditionen geklärt sind. Denn für den Zwischenfutterbau müsse die Planung frühzeitig beginnen, auch wenn der ersehnte Regen noch auf sich warten lasse.
Das Angebot ist kostenlos. Bei der Preisgestaltung bitten die Verbände die verkaufenden Bauern, keine überhöhten Preise zu fordern.
Auch der Berner Bauernverband (BEBV) hat eine Futtermittelbörse. Alle BEBV-Mitglieder können ihre Futterangebote gratis eingeben. Nicht-Mitglieder haben eine Gebühr von 100 Franken zu entrichten.