Will sich niemand den 50-ha-Gutsbetrieb antun?

Die Gemeinde Kilchberg sucht für den Gutsbetrieb «uf Stocken», auf dem jeweils der Kilchberger Schwinget stattfindet, eine Betriebsleitung.

sal/blu |

Gesucht wird die Nachfolge laut der Website der Gemeinde Kilchberg per 1. April 2027 oder nach Vereinbarung. Auch auf der Website des Betriebs steht prominent «Nachfolge gesucht», man suche einen Betriebsleiter, eine Betriebsleiterin oder ein Co-Leitungsteam. Man sei bei der Gemeinde angestellt, es sei aber auch eine Pacht möglich. Auf dem Hof bestünden Wohnmöglichkeiten.

Nötig seien Erfahrung in der Betriebsleitung und Fachkenntnisse in den Betriebszweigen Obst-/Acker-/Futterbau und Tierhaltung (Legehennen, Pferde, Rindvieh) sowie der Führung eines Hofladens. Die Gemeinde schreibt von «einem attraktiven Arbeitsumfeld mitten im Naherholungsgebiet am Zürichsee». 

Der Betrieb umfasst heute rund 30 ha Eigenland und 20 ha Pachtland, heisst es auf der Website des Stockenguts. Rund 32 ha sind Wiesen und Weiden, die Ackerflächen umfassen 16,3 ha, die Spezialkulturen wie die Obstanlagen oder die Christbaumkultur insgesamt 1,7 ha. In den Stallungen werden 23 Mutterkühe (Hauptrasse Rhätisches Grauvieh) mit ihren 15 Kälbern gehalten, dazu kommen einige Nachzuchttiere. «Im biokonformen Hühnerstall legen 1’020 Legehennen ihre Eier», heisst es weiter.

Gerade das schrecke aber qualifizierte, möglicherweise interessierte Personen ab, ist aus der Zürcher Landwirtschaft zu hören. Die Nähe zur Stadt und zu den Wohnquartieren sei zu gross. Dass die bisherige Leitung (Gabriella Caretta und Stephan Vetsch) sich per 2027 zurückziehen wird, war im Lokalblatt «Kilchberger» schon im September 2025 zu lesen . Sie führen den Betrieb seit 2007.

Kommentare (7)

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  • Bauer mit Familie | 13.09.2026
    Sagen wir so, Interesse wäre da, aber nur wenn er kaufbar wäre und zum Beispiel nach ip Suisse produziert werden kann.
  • Richner Silvia | 12.09.2026
    Da können doch diejenigen mal den Betrieb übernehmen die immer besser wissen wie Landwirtschaft geht. Dass Landwirte nur abkassieren und auf dem Traktor sitzen. Aber eben da sind die weit weg,sonst sind die geregelten Arbeitstage und Feiertage/Ferien und Krankheitstage weg.
  • Cello | 11.09.2026
    Ui ui . Hände weg . Von diesem Angebot jeder will rein reden obwohl er keine Ahnung von Arbeit . Und Landwirtschaft hatt entweder verpachten dem Landwirt freie Hand geben .Er hat dan noch genug Gesetze und Verbote vom Kanton . Solle es doch die Gemeinde Verwaltung selber machen . dan lernen sie auch . Mehr als 42 Stunden zu arbeiten
  • Peter | 10.09.2026
    Den Zirkus kann haben wer will!!
  • Morgenthaler | 10.09.2026
    Heute wird den Bauern nur noch reingeredet. Jeder Anwohner und Nachbar von einem Hof und jede Amtsstelle, sei es eine Gemeinde oder der Kanton oder Bund, alle wollen es besser wisssen und wollen den Bauern sagen wie sie es machen müssen. Meistens fehlt bei diesen Leuten das Fachwissen und die Erfahrung einen Hof zu führen. Es ist einfacher zu sagen wie, als es besser zu Machen. Der Aufwand und die Belastung bleibt auf dem Hof. In einer so schnell wachsenden Schweiz muss ein Landwirt Nahrungsmittel produzieren, Fleisch Milch Gemüse Früchte und so weiter um die abhängigkeit vom Import zu reduzieren.
  • -. | 10.09.2026
    Sie möchten keine Pächter. Sie möchten keine Betreiber, die auf Umsatz aus sind. Die Gemeinde wiederum möchte lieber Angestellte einstellen – obwohl diese von Landwirtschaft und den täglichen Herausforderungen auf dem Hof offenbar wenig bis gar keine Ahnung haben.

    Es könnte also grundsätzlich jeder kommen. Hauptsache, es entsteht nicht zu viel zusätzliche Arbeit.

    Ein bemerkenswertes Konzept: Landwirtschaft für die Stadt, ohne unternehmerisches Denken und möglichst ohne Mehrbelastung. Gewinnorientierung ist ausdrücklich nicht das Ziel – Meisterprüfung, Verantwortung und den Hofladen am Wochenende geschlossen halten.

    **Unglaublich, aber wahr:** Man sucht offenbar keine Menschen, die einen Hof fachkundig bewirtschaften können, sondern eine Lösung, bei der möglichst alles beim Alten bleibt und trotzdem irgendwie funktioniert, auch wenn die Gemeinde noch drauflegen muss.
    • realist | 10.09.2026
      Wenn das stimmt was -. schreibt, finde ich das auch nicht gut.

      Auf der Website steht jedoch das eine spätere Übernahme in Pacht möglich sein kann.

      Des Weiteren ist es der Gemeinde nicht übel zu nehmen, dass Sie keine Ahnung von Landwirtschaft und der Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebes haben. Ist ihr Eigentum und sie können damit machen was sie wollen.

      Übrigens: nicht jeder der von sich aus meint er könne einen Hof fachkundig bewirtschaften, kann es dann auch wirklich ;)
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