
Kernpunkt der Kritik ist laut dem Referendumskomitee die geplante Ersatzaufforstung auf hochwertigen Fruchtfolgeflächen im Niederfeld.
Screenshot ackerland-retten.ch
Die Interessengemeinschaft zum Schutz der Fruchtfolgeflächen (IG FFF) ergreift das Referendum gegen den Beschluss des Winterthurer Stadtparlaments zur Zonenplanänderung und zum Gestaltungsplan «ARA Hard». Die IG FFF hat rund 300 Mitglieder und vereint die Winterthurer Landwirtinnen und Landwirte sowie die privaten Besitzerinnen und Besitzer landwirtschaftlicher Grundstücke in Winterthur.
Wie die IG FFF mitteilt, richtet sich das Referendum sich ausdrücklich nicht gegen den Ausbau der ARA Hard. Es richtet sich gegen die separate Vorlage zur Ersatzaufforstung im Niederfeld, die «langfristig gravierende Folgen» habe. Der Ausbau der ARA werde durch das Referendum dabei nicht verzögert. Das Referendum sei auch kein Nein zur ARA, sondern ein Ja zu besseren Lösungen, betont die IG FFF.
Aufforstung auf bestem Ackerland
«Kernpunkt der Kritik ist die geplante Ersatzaufforstung auf hochwertigen Fruchtfolgeflächen im Niederfeld», heisst es weiter. Diese Flächen gehören zu den besten Ackerböden der Region und seien für die Ernährungssicherheit von zentraler Bedeutung. Die Ersatzaufforstung ist gesetzlich vorgeschrieben. Diese dürfe jedoch nicht auf Kosten von Fruchtfolgeflächen gehen, so das Referendumskomitee.
Gestaltungsplan «ARA Hard»
Der Gestaltungsplan «ARA Hard» legt fest, wie die Abwasserreinigungsanlage in Winterthur baulich und landschaftlich erweitert werden darf. Er regelt Bauflächen, Infrastruktur, Zufahrten und technische Anlagen. Gleichzeitig enthält er Vorgaben für Ersatzaufforstungen, ökologische Aufwertungen und den Schutz von Landschaft und Fruchtfolgeflächen. Ziel ist, den Ausbau der ARA städtebaulich, ökologisch und landschaftlich verträglich umzusetzen.
Die vorgesehenen ökologischen Aufwertungen würden massiv in die landwirtschaftliche Nutzung eingreifen. Sie seien ohne echte Mitwirkung der betroffenen Landwirtinnen und Landwirte geplant worden. Die IG FFF fordert deshalb, dass ökologische Massnahmen nur im Dialog mit der Landwirtschaft beschlossen werden sollten, nicht aber über ihre Köpfe hinweg. Zudem verursache die Vorlage unnötige Mehrkosten in Millionenhöhe und beeinträchtige landwirtschaftlich genutzte Fruchtfolgeflächen.
Stimmvolk soll entscheiden
Mit dem Referendum will die IG FFF eine Volksabstimmung ermöglichen und eine Korrektur der Vorlage erreichen:
- eine Ersatzaufforstung ohne Verlust von Fruchtfolgeflächen
- praxistaugliche Ökomassnahmen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft
- ein haushälterischer Umgang mit öffentlichen Geldern
- ein rascher ARA-Ausbau ohne Verzögerung
Unterschriftenbögen können auf ackerland-retten.ch heruntergeladen werden.