
Philipp Wälti möchte mit dem Winzerglühwein neu Zielgruppen erreichen.
zvg
Die ersten Winterbars haben geöffnet, Advents- und Weihnachtsmärkte stehen bereit – und mit ihnen schwingt der Duft von Glühwein in der Luft. Langsam, aber stetig stammt das beliebte Heissgetränk auch an grösseren Ständen aus regionaler Produktion.
Bereits seit 2020 bietet das Weingut Saxer einen eigenen Glühwein an. Während der Pandemie, als viele Anlässe ins Freie verlegt wurden, erweiterte Winzer Jimmy Saxer sein Angebot um eine rote Variante. «Der Bedarf an hochwertigen, regionalen Heissgetränken ist steigend – und wir wollten unseren Kundinnen und Kunden als Ergänzung auch in der kühlen Jahreszeit etwas anbieten», erklärt Saxer.
Neu steigt auch die Domaine Egloff in den Markt ein. Geschäftsführer Philipp Wälti sieht im Winzerglühwein eine Chance, neue Zielgruppen zu erreichen: «Wir wollen unsere Domaine in einem neuen Kontext sichtbar machen. Bereits im Sommer gelang es uns, lokale Standbetreiber von unserer Idee zu überzeugen und sie dazu zu motivieren, beim Glühwein bewusst auf Qualität und Regionalität zu setzen.»
Individuelle Rezepte
Hergestellt werden die Glühweine in der Mosterei Bussinger in Hüttwilen. Jedes Produkt wird nach einem individuellen Rezept entwickelt, das exakt auf den jeweiligen Ursprungswein abgestimmt ist. Variiert werden sowohl der Zuckergehalt als auch die Gewürzmischung – je nach gewünschtem Geschmacksprofil. Ob herber oder stärker an weihnachtliche Aromen erinnernd: Geschmack, Zielgruppe und Konsumsituation fliessen gezielt in die Rezeptur ein.
Die Agro Marketing Thurgau AG unterstützt die beiden Produzenten. «Wir halten eine Auswahl an Gewürzen bereit und begleiten Winzer dabei, ihre eigene Glühweinrezeptur zu entwickeln», erklärt das Unternehmen. Unter der Marke «Glüh» bietet Agro Marketing bereits in der sechsten Saison roten und weissen Glühwein sowie alkoholfreien Glühmost an.
«Unsere Kernkompetenz liegt jedoch darin, neue Produkte zu entwickeln, Erfahrungen zu sammeln und die Idee dann auch weiterzugeben. Denn unser Ziel ist es die regionale Wertschöpfung in der Landwirtschaft mit neuen, innovativen Produkten zu erhöhen.»