
Die Pflege des Schutzwaldes dient dazu, Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen langfristig vor Naturgefahren zu schützen.
zvg
Die gute Nachricht vorweg: Im Bündner Wald ist die Menge an Schadholz im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Wie das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität mitteilt, sank sie um 70 Prozent auf 35'000 Kubikmeter. Damit machte Schadholz weniger als zehn Prozent der gesamten Holznutzung aus.
Rund die Hälfte der Schäden wurde laut Kanton durch Borkenkäfer verursacht, deren Ausbreitung durch die warme und trockene Witterung begünstigt worden sei. Etwa ein Viertel des Schadholzes entfiel auf Sturmholz.
Schutzfunktion des Waldes sichern
Insgesamt wurden im Kanton Graubünden 3580 Hektaren Wald gepflegt. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die genutzte Holzmenge belief sich auf 360'000 Kubikmeter und lag damit etwa 20'000 Kubikmeter unter dem Vorjahreswert.
Bund und Kanton unterstützten die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer gemäss Mitteilung mit 16,95 Millionen Franken für die Pflege von mehr als 2000 Hektaren Schutzwald. Weitere 2,82 Millionen Franken flossen in die Behebung von Waldschäden.
Ziel dieser Massnahmen sei es, «die Schutzfunktion des Waldes langfristig zu sichern, indem die Verjüngung und Stabilität der Wälder gefördert und Folgeschäden möglichst vermieden werden». In besonders betroffenen Regionen sei dafür auch die Reduktion des Wildeinflusses auf die Waldverjüngung entscheidend.
Wälder fit machen für den Klimawandel
Neben dem Schutzwald hätten Bund und Kanton auch in die Förderung der Biodiversität und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel investiert, heisst es in der Mitteilung weiter. So seien rund 500 Hektaren Wald zugunsten der biologischen Vielfalt gepflegt worden.
Ausserhalb des Schutzwaldes habe die Jungwaldpflege 2025 rund 130 Hektaren umfasst. Sie soll zur Stabilität der Wälder und zu einer klimaangepassten Baumartenzusammensetzung beitragen, schreibt der Kanton. Gleichzeitig sei die mit Seilkränen bewirtschaftete Fläche auf 192 Hektaren gestiegen. «Damit hätten auch schwer zugängliche Wälder gepflegt und bewirtschaftet werden können», teilt das Departement mit. Dass in den verschiedenen Programmen insgesamt mehr Waldflächen haben behandelt werden können, sei auf die deutlich geringere Schadholzmenge zurückzuführen.
Sammelprojekt «Waldbau 2026» genehmigt
Für das kommende Jahr haben die fünf Regionen des Amts für Wald und Naturgefahren gemeinsam mit rund 200 öffentlichen und privaten Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern neue Projekte erarbeitet, führt der Kanton aus. Diese umfassten die Bereiche Schutzwald, Waldbiodiversität und Waldbewirtschaftung ausserhalb des Schutzwaldes sowie die Weiterführung von Testpflanzungen mit klimafitten Baumarten.
Das Sammelprojekt «Waldbau 2026» sieht die Behandlung von rund 3500 Hektaren Wald vor:
- Den grössten Anteil bildet die Pflege von 2500 Hektaren Schutzwald, um Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen nachhaltig vor Naturgefahren zu schützen.
- Zur Förderung der Biodiversität sollen auf über 660 Hektaren unter anderem Lebensräume des Auerhuhns, Weidewälder, besondere Gehölze, Waldränder und Kastanienselven auf der Alpensüdseite aufgewertet werden.
- Ausserhalb des Schutzwaldes sind auf rund 350 Hektaren Massnahmen zur Jungwaldpflege, Stabilitätspflege sowie Eingriffe mit dem Seilkran zur Holznutzung und Förderung der Waldverjüngung vorgesehen. Auch diese Massnahmen verbessern die Lichtverhältnisse und wirken sich positiv auf den Lebensraum einheimischer Tier- und Pflanzenarten aus.
- Die zwischen 2020 und 2023 auf acht Flächen angelegten Testpflanzungen mit klimafitten Baumarten werden weiter gepflegt und von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wissenschaftlich begleitet.
Die Regierung hat das Sammelprojekt «Waldbau 2026» mit Gesamtkosten von 33,3 Millionen Franken genehmigt. Den beteiligten Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern seien Kantonsbeiträge von insgesamt 27,6 Millionen Franken zugesichert worden, teilt der Kanton mit.