
Die Fassade des Neubaus aus 23'000 Schindeln sorgt für ein ortstypisches Erscheinungsbild.
zvg
Ausschlaggebend für das Bauprojekt waren die chaotische und riskante Verkehrssituation auf dem Vorplatz und im Eingangsbereich, fehlende Lagerplätze, komplizierte Arbeitsabläufe und Sicherheitsaspekte. Eine zukunftsgerichtete bauliche Lösung am bestehenden Standort drängte sich deshalb auf, teilt das Unternehmen mit.
Schweizer Kräuter
Appenzeller Bauernfamilien produzieren für Alpenbitter Kräuter – Zitronenmelisse, Lavendel, Kamille, Pfefferminze, Majoran und Wermutkraut. Im Verein «Appenzeller Bergkräuter» haben sich mehrere Landwirtinnen und Landwirte organisiert.
Das Projekt wurde auf jenem Boden realisiert, den die Gross- und Urgrossväter der heutigen Inhaberfamilien vor langer Zeit erworben hatten. Mit der neuen Infrastruktur seien nun die Voraussetzungen geschaffen, damit das Familienunternehmen seinen Standort in Appenzell langfristig weiterentwickeln kann.
In drei Etappen zum Ziel
Das Projekt wurde in drei Etappen umgesetzt. Mit einer neuen Erschliessungsstrasse auf der Ostseite des Firmenareals, einem Hochregallager und der Aufstockung einer bestehenden Lagerhalle konnten Arbeitsabläufe und Warenflüsse optimiert und mehr Platz geschaffen werden.
Die betriebliche Infrastruktur wurde um mehr als 2000 Quadratmeter erweitert. Das neue Hochregallager bietet Platz für rund 2200 Paletten. «Die stützenfreie Holzkonstruktion ermöglicht eine flexible Raumeinteilung», erklärt Pascal Loepfe-Brügger, Geschäftsführer der Appenzeller Alpenbitter AG.
Mit dem neuen Lager können die bisherigen Aussenlager in St. Gallen aufgehoben werden. Auch der Besucherrundgang «Kräuterwelt» wurde erweitert. Neu erhalten Besucherinnen und Besucher einen Einblick in das imposante Hochregallager aus Holz. In der dritten und letzten Etappe entstanden moderne und grosszügige Büroräumlichkeiten, Sitzungszimmer und Sozialräume. Diese Bauphase wurde vor wenigen Tagen abgeschlossen.
Bauen mit eigenem Holz
Eine Besonderheit des Projekts ist der verwendete Baustoff. Das neue Hochregallager und die Aufstockung bestehender Gebäudeteile wurden aus insgesamt 2500 Kubikmetern Rundholz aus firmeneigenen Wäldern gebaut. Die Appenzeller Alpenbitter AG ist die grösste private Waldbesitzerin im Kanton Appenzell Innerrhoden. Die Verarbeitung des Holzes durch regionale Betriebe ermöglichte kurze Transportwege. Gleichzeitig konnten die firmeneigenen Wälder gepflegt und verjüngt werden.
Besonderes Augenmerk galt der Einbettung des Neubaus ins Ortsbild. Das neue Gebäude soll auch als Visitenkarte für Appenzell dienen. Abgestufte Satteldächer und eine Fassade aus rund 23’000 grossen Holzschindeln verleihen dem Neubau ein ortstypisches Erscheinungsbild.
Regionale Wertschöpfung
Auch energetisch wurde die Anlage erweitert. Mit 774 zusätzlichen Photovoltaikmodulen umfasst die gesamte Anlage nun 1011 Module mit einer Leistung von 449 kWp. Moderne Luft-/Wasser-Wärmepumpen sorgen zudem für die Beheizung und Kühlung der Gebäude.
Ein grosser Teil der Investition von rund 12 Millionen Franken blieb in der Region. 42,7 Prozent der Aufträge wurden im Kanton Appenzell Innerrhoden vergeben, 19,2 Prozent in Appenzell Ausserrhoden und 17 Prozent im Kanton St. Gallen. Weitere 21 Prozent entfielen auf die übrige Schweiz und 0,1 Prozent auf das Ausland.


