
Laut dem Bericht im «Tages-Anzeiger» könne der See das Wasser gut entbehren. (Symbolbild)
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Wasser und Futter werden auch auf den Alpen im Bündnerland knapp. Genauer gesagt in Obersaxen GR. Dort sömmert der Bündner Bauer Ursin Riedi rund 100 Rinder. «Was vermag es noch zu leiden?», habe er sich Woche für Woche gefragt.
Wasser aus Beschneiungssee
Doch nun hat man eine Lösung gefunden, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet: Nur wenige Kilometer unterhalb der Alp liegt ein Beschneiungssee der Bergbahnen. Aus diesem wird seit dieser Woche Wasser auf die Alp gepumpt.
Täglich füllt es die Tränken mit rund 4500 Litern Wasser, damit die Kühe genug trinken können. Laut dem Bericht im «Tages-Anzeiger» könne der See das Wasser gut entbehren. Bis zum Winter, wenn die Kanonen Schnee produzieren müssten, werde er wohl wieder nachgefüllt sein.
Bergackerbau und Pferdehaltung
Die Wasserknappheit beschäftigt Riedi bereits im 2024. Mit dem Bau von zwei Weihern auf seinem Maiensäss wollte er damals Wasser speichern, um in trockenen Sommermonaten seine Felder bewässern zu können. Riedi gehörte auch zu den 52 Bündner Landwirtschaftsbetrieben, die an der kantonalen Initiative «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» teilnahmen.
Der Biobetrieb von Ursin Riedi, seiner Frau und ihren drei Kindern liegt auf 1337 Metern über Meer in Morrissen im Val Lumnezia. Der Hof umfasst 47 Hektaren Land. Zum Betrieb gehören laut dem Hof-Porträt auf der Website von Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden neben silofreier Milchwirtschaft auch Bergackerbau und Pferdehaltung.
Ein Modell für die ganze Schweiz?
Massimiliano Zappa, Hydrologe der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, sagt gegenüber der Zeitung, dass die Idee einer Mehrfachnutzung von Wasserspeichern nicht neu sei, aber sie sei in diesem Hitzesommer nochmals deutlich wichtiger geworden.
Er erklärt im Bericht, warum das so sei: «Die Bereitschaft der Politik und Bevölkerung, solche Projekte für die Bewässerung zu unterstützen, hat zugenommen», so Zappa. Denn der Druck steigt. Aufgrund der schwindenden Schneedecke und Gletschermasse würden Trockenperioden im Sommer häufiger und länger. Wie Zappa dem «Tages-Anzeiger» sagt, habe man diesen Engpass in den Kantonen erkannt.
Umweltauflagen, Konzessionen und Nutzungsrechten
Gleichzeitig mahnt er, dass bei Eingriffen in die Natur Vorsicht geboten sei: «Wenn man etwa eine Quelle umleitet, kann es sein, dass der Hang austrocknet und rutscht.» Ausserdem gibt er zu bedenken: Je grösser das Projekt, desto höher würden die Hürden. Er spricht etwa von Seereglementen, Eigentumsrechten, Umweltauflagen, Konzessionen und Nutzungsrechten.
«Es braucht also Einzelfalllösungen», sagt der Hydrologe laut dem Bericht im «Tages Anzeiger».