
Trotz der schwierigen Bedingungen in diesem Hitzesommer konnten die Bündner Sennerinnen und Senner Käse von sehr guter Qualität herstellen. (Symbolbild)
Martin Siegenthaler
Der schneearme Winter und der trockene Sommer haben viele Alpen vor grosse Herausforderungen gestellt. Die Weiden waren früh abgegrast und vielerorts blieb der zweite Aufwuchs aus. Einige Bündner Alpen mussten deshalb früher abalpen oder die Milchviehhaltung reduzieren, wie der Plantahof mitteilt. Entsprechend fiel die Käseproduktion auf vielen Alpen geringer aus.
Diese schwierigen Bedingungen haben der Qualität jedoch keinen Abbruch getan. «Die Qualität der beurteilten Alpkäse ist sehr gut», lautet das Urteil der Expertengruppen, die am Donnerstag im Plantahof in Landquart GR Alpkäse von 79 Bündner Sennalpen bewerteten. Im Rahmen der Veranstaltung zeigte sich der Plantahof besorgt über die Zukunft der Bündner Alpbetriebe.
Handlungsbedarf für die Zukunft
Nicht nur der schneearme Winter machte den Älplerinnen und Älplern zu schaffen. Auch der Hitzesommer brachte Probleme. Die Milchleistung der Kühe sank, zudem erschwerten warme Käsekeller und teilweise ungenügende Milchkühlung die Verarbeitung. Käsekeller mussten zusätzlich feucht gehalten oder Käse musste ausgelagert werden. Laut Plantahof hatten einzelne Alpen zudem mit Frühblähungen zu kämpfen.
«Wasser und Energie clever nutzen»
Am 6. November findet im Plantahof der Kurs «Wasser und Energie clever nutzen» statt. Der Kurs thematisiert wassersparende Massnahmen in der Sennerei und im Käsekeller, erläutert die Bedeutung von Wasserzählern und ergänzt dies mit praktischen Erfahrungen aus dem Betriebsalltag. Zudem werden zukunftsorientierte Wasserinfrastrukturmassnahmen auf den Weiden vorgestellt sowie wichtige Planungs- und Umsetzungsaspekte für eine nachhaltige Alpwirtschaft aufgezeigt. ome -> Hier gehts zu Infos und Anmeldung
Trotz der schwierigen Bedingungen konnten die Sennerinnen und Senner Käse von sehr guter Qualität herstellen. Gleichzeitig habe der Sommer jedoch gezeigt, dass Handlungsbedarf für die Zukunft bestehe. Wasserreserven, Leitungen, Kühlsysteme und weitere Massnahmen müssen vielerorts überprüft und an häufiger auftretende Trockenperioden angepasst werden. Denn ein solcher Sommer dürfte kein Einzelfall bleiben. Bei der Alpkäseprämierung stand jedoch nicht die Sorge, sondern die Freude im Vordergrund.
Der beste Bündner Alpkäse geht nach Arosa
Rund 300 Besucher kamen zur Alpkäseprämierung am Plantahof in Landquart. An der Prämierung nahmen 79 Sennalpen teil. Davon waren sieben Ziegenalpen. Die Besucherinnen hatten vor Ort die Möglichkeit, die Käse zu degustieren. Zuvor wurden sie jedoch von Expertenteams bewertet. Die vier Expertengruppen, bestehend aus je einer Beratungs-, einer Praxis- und einer Konsumentenvertretung, bewerteten die Alpkäse nach den offiziellen Weisungen.

35 der 79 teilnehmenden Sennalpen wurden mit der Goldmedaille ausgezeichnet.
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So wurden nur Käse zugelassen, die zwischen dem 1. und 31. Juli auf Bündner Alpen produziert wurden. Ab 17,5 von maximal 20 Punkten wurden Medaillen vergeben. Insgesamt wurden 50 der 79 Bündner Alpkäse (63 %) mit einer Medaille ausgezeichnet. Vergeben wurden 35 Goldmedaillen (44 %), 8 Silbermedaillen (10 %) und 7 Bronzemedaillen (9 %).
Die Ehre, den besten Bündner Alpkäse 2026 hergestellt zu haben, durften Christin Amberger und Armin Weissteiner von der Sennerei Maran entgegennehmen. Maran ist ein Ortsteil der Gemeinde Arosa. Insgesamt wurden in diesem Sommer in den Bünder Alpen rund 580 Tonnen Käse hergestellt.

Insgesamt haben 79 Sennalpen teilgenommen. Im Bild die Silber- und Bronzemedaillengewinner.
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