Echte Regionalität: Bündner Gastronomie setzt neue Massstäbe

Regionalität ist in der alpinen Küche längst mehr als ein Trend. Man erwartet es. Gäste fragen kritisch nach Herkunft und Glaubwürdigkeit. In Graubünden zeigen zertifizierte Betriebe, wie konsequent gelebte Regionalität funktioniert.

pd/ome |

«Sind die Eier von hier?» oder «Ist das Fleisch vom Bauern nebenan?» Fragen wie diese gehören in alpinen Restaurants längst zum Alltag, wie der Trägerverein «Alpinavera – Regio Garantie» mitteilt. Die Gäste sind informierter und kritischer geworden, wenn es um die Herkunft ihrer Speisen geht.

Gleichzeitig bringen sie Verständnis dafür auf, dass nicht jedes Produkt vollständig regional verfügbar ist. In einem Kanton wie Graubünden etwa ist Schweinefleisch nicht in ausreichender Menge lokal produzierbar. Pauschale Aussagen wie «vom Metzger unseres Vertrauens» verlieren daher an Glaubwürdigkeit.

Transparenz und klare Kriterien

Vor diesem Hintergrund hat die Organisation Alpinavera ihr Gastronomiekonzept weiterentwickelt. Mit « Alpinavera-Regio.Garantie» werden Transparenz, klare Kriterien und nachvollziehbare Herkunftsangaben in den Vordergrund gestellt. Erste engagierte Betriebe haben sich bereits zertifizieren lassen. Sie zeigen exemplarisch, wie konsequent Regionalität umgesetzt werden kann.

Das Hotel Medelina in Curaglia sei ein solcher Vorzeigebetrieb. Ein eigener Garten, Kooperationen mit lokalen Haushalten, ein Ziegenbetrieb, eine Käserei in der Nachbarschaft sowie ein Bioweiderind-Bauer aus dem Tal bilden das Rückgrat der Küche. Das Küchenteam um Patrick Egli und Nadine Schmid plane vorausschauend, bereitet Eingemachtes vor und passe die Speisekarte flexibel an Wenn der lokale Jäger Wild ins Dorf bringt, wird das Menü kurzfristig umgestellt. So wird aus einer Kohlroulade eine Wildvariante mit regionalem Fleisch.

Bereits 16 zertifizierte Betriebe

Ebenso kreativ arbeitet die Ustria Puntreis in Disentis. Küchenchef Fatmir Spescha lebt Regionalität aus Überzeugung. Seine Gerichte sind nicht nur kulinarisch hochwertig, sondern auch ästhetisch ansprechend präsentiert. So werden Spaghetti beispielsweise am Tisch im Bergkäse-Laib geschwenkt. Das Angebot richtet sich auch an externe Gäste und macht Ernährung zum Gesprächsthema, wodurch der Austausch über saisonale Produkte wie Pastinaken angeregt wird.

Beide Betriebe wurden von der akkreditierten Zertifizierungsstelle q.inspecta geprüft. Sie erfüllen die strengen Richtlinien für Regionalprodukte und gehören damit zu einer exklusiven Gruppe von 16 zertifizierten Betrieben in Graubünden , die Regionalität glaubwürdig und genussvoll erlebbar machen. Für Gäste lohnt es sich, nachzufragen, denn nicht jedes Produkt aus dem Dorfladen ist automatisch regional. Wer echte Herkunft schätzt, sollte genau hinschauen.

Die neuen und bisher zertifizierten Betriebe Neu: Central Sporthotel Davos AG; Hotel Dieschen, Lenzerheide; Hotel Schweizerhof Restaurant Scalottas Terroir, Lenzerheide; Hotel Stätzerhorn, Parpan; Medelina, Curaglia; Posthotel Valbella, Valbella; Restaurant Bräma, Hotel Grischa, Davos; Hofkellerei, Chur; Camping St. Cassian, Lantsch/Lenz; Stall 247, Maienfeld; Ustria Puntreis, Center da sanadad, Disentis/ Mustér; Waldhotel, Arosa Bisher: Atelier VERT, AlpenGold Hotel, Davos; Hotel und Gilde Restaurant Zunfthaus zur Rebleuten, Chur; Hotel Ucliva, Waltensburg/Vuorz; Restaurant s’nani, Peaks Place, Laax

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