
Mit 13’485 Hirschen wird der kantonale Bestand um 100 Tiere tiefer eingeschätzt als im Vorjahr.
Karl-Heinz Jäger
Die Bestandserhebungen für das Jahr 2026 zeigen, dass der Hirschbestand im Kanton gegenüber dem Vorjahr erneut leicht zurückgegangen ist. Beim Reh deuten die Ergebnisse auf ähnlich hohe Bestände wie 2025 hin, wobei es grosse regionale Unterschiede gibt. Wie der Kanton Graubünden mitteilt, war die Anzahl der Feldhasen erneut sehr hoch.
Reduktion der Hirschbestände auf Kurs
Die Schätzung der Frühlingsbestände für das Jahr 2026 zeige, dass die Jagd ihren Auftrag im vergangenen Jahr zur Reduktion des Hirschbestands erfüllt hat, und dies trotz eines sehr milden Winters. Mit 13’485 Hirschen wird der kantonale Bestand um 100 Tiere tiefer eingeschätzt als im Vorjahr.

Für Gämsen sind in den meisten Regionen Abschüsse im Umfang der Vorjahre vorgesehen.
Monika Gerlach
In der Strategie «Lebensraum Wald-Wild 2021» wurde die Reduktion der Schalenwildbestände als wichtige Massnahme zur Verbesserung der kantonalen Wald-Wild-Situation definiert. Dank des grossen Engagements der Jägerinnen und Jäger konnte der Hirschbestand im Vergleich zum Jahr 2020 um 17 Prozent (2805 Hirsche) reduziert werden, so der Kanton. «In 19 der 21 Hirschregionen entspricht die Entwicklung des Hirschbestands der Zielsetzung der Strategie Lebensraum Wald-Wild 2021», sagt Adrian Arquint, Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei. In mehreren Regionen sei die angestrebte Reduktion erreicht worden und die Bestände könnten auf dem aktuellen Niveau stabilisiert werden.
3088 Rehe
Auf der diesjährigen Jagd sollen gemäss kantonalem Abschussplan 4616 Hirsche erlegt werden (2025: 4835 Hirsche), dies bei einem Anteil von 2514 weiblichen Tieren (2025: 2638). Die Bejagung von Gämsen und Rehen erfolgt in den meisten Regionen im Rahmen der Vorjahre. Zur nachhaltigen Verjüngung der Wälder sei es in vielen Regionen jedoch sehr wichtig, dass die Jägerinnen und Jäger auch Rehgeissen und Gämsen im Wald intensiv bejagen.
In den Rehtestgebieten wurden in diesem Frühling 970 Tiere gezählt, das sind 46 Rehe mehr als 2025. Zudem werden die Rehe auch auf den Hirschtaxationen mitgezählt. Dabei wurden in diesem Jahr 3088 Rehe erfasst (2025: 3302). Wie hoch die regionalen Rehbestände tatsächlich sind, zeigt sich erst anhand der Rehbockstrecke der Hochjagd, so der Kanton.
Hohe Niederwildzählungen
Die Niederwildbestände werden in Graubünden durch ein intensives jährliches Monitoring überwacht. Die ersten Ergebnisse der Bestandserhebungen zeigen, dass die Hasen wie auch die Birkhühner in vielen Gebieten auf einem hohen Niveau stabile Bestände aufweisen. Auf den Hirschzählungen wurden 1306 Feldhasen mitgezählt, so viele wie noch nie zuvor.
Die Jagdbetriebsvorschriften der vergangenen Jahre haben sich für eine nachhaltige Bejagung dieser Arten bewährt und werden entsprechend weitergeführt. Die Jägerinnen und Jäger sind sich ihrer Verantwortung bei der Ausübung dieser Jagd bewusst und setzen sich mit der Hege aktiv für diese Arten ein, so der Kanton.