Grossraubtier: Mahnfeuer mitten in Chur

Mit einem Mahnfeuer haben Bäuerinnen und Bauern sowie weitere Unterstützer in Chur auf die Herausforderungen der Weidetierhaltung aufmerksam gemacht. Im Zentrum standen die Folgen der zunehmenden Wolfspräsenz und die Forderung nach praxistauglichen Lösungen.

ats/mgt |

Am Freitagabend brannten europaweit Mahnfeuer für die Zukunft der Weidetierhaltung. Auch in Chur versammelten sich unter dem Motto «Gemeinsam sichtbar werden» Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft sowie weitere Unterstützerinnen und Unterstützer.

Mit der Aktion wollten sie auf die wachsenden Herausforderungen durch Grossraubtiere aufmerksam machen, schreibt der Bündner Bauernverband in einer Mitteilung.

Nach Ansicht der Organisatoren ist die Weide- und Alpwirtschaft insbesondere in Graubünden von grosser Bedeutung. Sie sichere die Bewirtschaftung der Alpen, präge die Kulturlandschaft und trage zur regionalen Wertschöpfung bei. Gleichzeitig stelle die zunehmende Wolfspräsenz viele Tierhalter vor grosse Herausforderungen. Herdenschutz verursache zusätzlichen Aufwand und sei nicht überall praktikabel.

Forderungen nach Anpassungen

An der Veranstaltung sprach auch die designierte Bündner Regierungsrätin Valérie Favre Accola. Sie forderte unter anderem eine Bestandesregulierung mit einer Wolfsobergrenze, effizientere Regulationsverfahren sowie eine aufwandsgerechte Entschädigung für Herdenschutzmassnahmen. Herdenschutz solle dort umgesetzt werden, wo er praktikabel sei. Im Siedlungsgebiet müsse gegenüber Wölfen eine Nulltoleranz gelten.

Auch Benjamin Hefti, Präsident des Bündner Kantonalen Patentjägerverbands (BKPJV), erklärte, in der Wolfspolitik seien zwar Fortschritte erzielt worden, weitere Schritte seien jedoch notwendig. Neben den Nutztierrissen erschwere die zunehmende Wolfspräsenz auch die Jagd, da sich das Wild anders verhalte.

Betroffener Landwirt schildert Erlebnis

Eindrücklich waren die Schilderungen eines betroffenen Landwirts. Er berichtete, dass auf seiner Alp ein Wolf während einer Zvieripause in rund 100 Metern Entfernung von der Hirtenhütte ein Schaf gerissen habe. Trotz lautem Zurufen habe sich das Tier nicht vertreiben lassen.

Beim anschliessenden Austausch an einer kleinen Festwirtschaft waren sich die Teilnehmenden einig, dass die Weidetierhaltung langfristig Rahmenbedingungen brauche, welche die Bewirtschaftung der Alpen und Weiden auch künftig ermöglichen.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

→ Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Habt Ihr abgealpt?

31 % Ja
6.9 % Nein
13.8 % Bereits im Sommer
31 % Teilweise
17.2 % Alpe keine Tiere

Teilnehmer insgesamt 29

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?