
Der Steinbock kommt im Hochgebirge zwischen 1600 und 3200 m ü. M. vor. Er ist an steilen felsigen oder mit Gras durchzogenen Hängen sowie an exponierten Graten anzutreffen. Zur Nahrungsaufnahme, Äsung genannt, hält er sich auch an flacheren Hängen auf. Der Steinbock ernährt sich vorwiegend von Gräsern. Im Winter frisst er aber auch Polsterpflanzen und Zwergsträucher. Steinböcke sind Wiederkäuer.
Jürg Wenger
Im Kanton Tessin wurde zwar erst eine Handvoll hybride Steinböcke gezählt, berichtet SRF. Doch die Dunkelziffer könnte hoch sein. Denn diese Tiere sind nur schwer von normalen Steinböcken zu unterscheiden.
Genetische Reinheit in Gefahr
Doch es gibt einige Merkmale. «Hybride Steinböcke haben zum Beispiel längere Hörner als reinrassige Steinböcke oder weisse oder rötliche Flecken im Fell», sagt Martina Kobiela von der Tessiner Zeitung zu SRF. Zudem sind Hybriden stämmiger gebaut und verfügen über ungewöhnliche Hörner.
Aber wo liegt das Problem? Es droht eine Verwässerung des Genpools. Wenn sich diese Tiere fortpflanzen, würden sie immer mehr Ziege als Steinbock, sagt Kobiela. Die genetische Reinheit des Wildtiers sei dadurch in Gefahr.
In den Stall bringen
Um die Paarung zu verhindern, ruft das kantonale Amt für Veterinärwesen die Halterinnen und -Halter auf, die Ziegen den Winter über im Stall zu halten. So soll eine Verwilderung verhindert werden. Denn dann ist das Einfangen noch schwieriger.
Dass die Ziegen zudem gute Kletterer sind, macht das Unterfangen nicht einfacher. In unwegsamen Gebieten kommt deshalb ein Helikopter zum Einsatz. «Und die Wildhüter helfen den Bäuerinnen und Bauern, die Ziegen einzufangen», sagt Martina Kobiela zu SRF .
Genetische Defekte als Gefahr
Gemäss der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat die Hybridisierung zwei Seiten : Einerseits hat der Steinbock von den Hausziegen genetische Vielfalt gewonnen – insbesondere an Stellen im Erbgut, die für das Immunsystem wichtig sind. So sind Hybride stärker gebaut und widerstandsfähiger.
Andererseits haben die Ziegen-Gene negative Auswirkungen. Gemäss WSL können genetische Defekte einer domestizierten Art beispielsweise eine zu frühe Geburt der Jungtiere im noch winterlichen Hochgebirge verursachen.
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