Jäger wegen Abschuss von Wolf verurteilt

Der Jäger, der 2025 im Puschlav einen Wolf getötet hat, ist wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz über die Jagd verurteilt worden. Der Mann muss eine Geldbusse zahlen, das Jagdpatent wird ihm jedoch nicht entzogen.

sda |

Die Bündner Justiz hat am 18. Juni einen Strafbefehl erlassen. Der Jäger hat das Urteil akzeptiert, womit es rechtskräftig ist. Die vom Tessiner Radio- und Fernsehen (RSI) vorab verbreitete Nachricht wurde heute von der Bündner Staatsanwaltschaft gegenüber der Nachrichtenagentur sda bestätigt.

Muss Wert des Tiers ersetzen

Der Täter handelte fahrlässig: Der Jäger tötete das Tier während der Jagdzeit ohne Vorsatz, achtete jedoch nicht ausreichend darauf, dass er auf ein geschütztes Tier schoss.

Der Jäger muss nun eine Geldbusse zahlen, die nach dem Bundesgesetz über die Jagd maximal 10'000 Franken betragen kann. Zudem muss er den Wert des erlegten Tieres ersetzen. Das Jagdpatent wird ihm hingegen nicht entzogen. Diese Massnahme ist beispielsweise vorgesehen, wenn eine Person eine andere Person vorsätzlich oder grobfahrlässig auf der Jagd tötet oder verletzt und die Gefahr besteht, dass sie ähnliche Straftaten begeht. Hätte der Jäger das geschützte Tier vorsätzlich getötet, hätte ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr gedroht.

Keine Abschussbewilligung

Die Ereignisse gehen auf den 1. September 2025 zurück, den ersten Tag der Hochjagd. Im Puschlav wurde der Kadaver eines männlichen Tieres mit einer Schusswunde gefunden. Jäger sind bei der Suche nach dem erlegten Rotwild auf den toten Wolf gestossen. Da in diesem Zeitraum in der Region keine Abschussbewilligungen für Wölfe erteilt worden waren, wurde eine Strafuntersuchung eingeleitet. Im Februar dieses Jahres beschloss die Staatsanwaltschaft, ein Strafverfahren gegen einen Jäger zu eröffnen, der nun verurteilt wurde.

->  Wolf im Puschlav vermutlich gewildert

Im August 2023 haben die Behörden die Neubildung eines Wolfsrudels auf Gemeindegebiet von Poschiavo bestätigt. Durch die Wildhut wurden im Sommer vier Wolfswelpen beobachtet. Das Rudels trägt seither den Namen Rügiul-Rudel. Es bewegt sich nach aktuellen Kenntnissen südlich des Berninapasses.

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