Kleine Larve, grosse Aufmerksamkeit im Rebberg

Ein kleines, aus Nordamerika stammendes, schädliches Insekt breitet sich in den Rebbergen der Schweizer Sonnenstube aus. Der erste Nachweis in Europa stammt aus dem Jahr 2006 in Norditalien, von wo aus sich das Insekt vermutlich weiter ausgebreitet und später das Tessin erreicht hat.

Sophie Blonk |

In den letzten Jahren sehen sich die Tessiner Rebberge mit einer Zunahme gebietsfremder Arten konfrontiert, die über Waren und Pflanzen eingeschleppt werden. Dazu gehört Aspilanta oinophylla, ein Lepidopter (Schmetterling) aus Nordamerika, der 2019 erstmals im Tessin nachgewiesen wurde und heute in weiten Teilen der Weinbaugebiete vorkommt. Besonders betroffen ist der Sottoceneri, wo die mikroklimatischen Bedingungen seine saisonale Ausbreitung begünstigen.

Aktuelle Situation

«Die Larven ernähren sich von den Weinblättern und reduzieren dadurch die Photosynthesefähigkeit der Pflanze», erklärt Riccardo Battelli, wissenschaftlicher Mitarbeiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes, Sektion Landwirtschaft. «Derzeit haben wir jedoch keine Schätzungen zu wirtschaftlichen Schäden, und es werden keine signifikanten Ertrags- oder Qualitätsverluste festgestellt.»

Die Situation gilt daher als unter Kontrolle, und direkte Bekämpfungsmassnahmen sind nicht erforderlich. Das Überwachungssystem bleibt jedoch aktiv, um die Entwicklung der Art und ihre Interaktion mit dem Weinbau-Ökosystem zu verfolgen.

Der erste Nachweis in Europa stammt aus dem Jahr 2006 in Norditalien, von wo aus sich das Insekt vermutlich weiter ausgebreitet und später das Tessin erreicht hat. Bei starken Befällen können Auswirkungen auf die Traubenqualität auftreten, wie bereits in einigen italienischen Regionen bei weissen Rebsorten beobachtet wurde. «Es handelt sich jedoch um begrenzte Fälle und nur bei sehr hohen Befallsstärken», betont Battelli.

Monitoring und Prävention

Für die Zukunft könnte der Klimawandel eine weitere geografische Ausbreitung begünstigen, ohne jedoch zwingend die Schadensintensität im Tessin zu erhöhen, wo sich die Art inzwischen etabliert hat. Derzeit gibt es keine spezifischen Bekämpfungsmassnahmen. Die Strategie bleibt Monitoring und Prävention sowie ein sorgfältiges Management der Rebberge. Die Winzerinnen und Winzer können zur Prävention beitragen, indem sie die Biodiversität fördern und natürliche Gegenspieler unterstützen. Zu den empfohlenen Massnahmen gehören eine angemessene Laubarbeit sowie die Vermeidung von Eingriffen, die nützliche Parasitoide beeinträchtigen könnten.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Seid Ihr mit Eurer Betriebsgrösse zufrieden?

36.5 % Ja, habe ideale Grösse für mich
12.3 % Nein, Betrieb ist zu gross
46.8 % Nein, Betrieb ist zu klein
4.3 % Muss noch überlegen

Teilnehmer insgesamt 301

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?