
Der bei Bad Ragaz erlegte Wolf war an Räude erkrankt. (Symbolbild)
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In den vergangenen Wochen hatten mehrere Privatpersonen zwischen Flums und Bad Ragaz einen Wolf gemeldet, der Anzeichen einer Krankheit am Fell zeigte. «Dank einer verstärkten Überwachung gelang es der Wildhut, den Wolf in der Nacht von 2. April beim Flugplatz Bad Ragaz zu finden und zu erlösen», teilt der Kanton St. Gallen mit.
Der Wolfsrüde war vermutlich durch die Parasitenkrankheit Räude so stark erkrankt, dass er nur noch zur Hälfte behaart war. Der Wolf wird nun standardmässig am Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit der Universität Bern genauer untersucht. Füchse erkranken regelmässig an Räude. Im Kanton St. Gallen wurde die Krankheit in Einzelfällen auch bei Luchsen und Wölfen nachgewiesen.
Räude
Die Räude ist eine Hautkrankheit, die durch verschiedene Milbenarten verursacht werden kann. Bei den Wildtieren spielt vor allem die Grabmilbe Sarcoptes scabiei eine Rolle. Sarkoptesmilben graben Bohrgänge in die Haut. In diesen Bohrgängen legen sie Ihre Eier ab, ernähren sich von Hautzellen und Gewebeflüssigkeit, und setzen Kot ab.
Die Sarkoptesmilben werden hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen. Sie können aber auch von ihrem Wirt auf den Boden fallen und mehrere Wochen in der Umwelt überleben (z.B. in einem Bau), wenn die Verhältnisse optimal sind (hohe Feuchtigkeit, tiefe Temperatur). Schon wenige Wochen nach der Infektion erscheinen die ersten Symptome. Hautrötungen, Schuppenbildung und später dicke Krusten und oft Haarausfall stellen das typische Bild dar. Befallene Tiere fügen sich manchmal beim Kratzen offene Wunden zu, die sich dann infizieren.
Erkrankte Raubtiere tauchen oft in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf, wo sie einfachere Nahrungsquellen finden. Diese Tiere sind abgemagert, ihr Fell sieht struppig aus, und sie zeigen oft Verhaltensstörungen (kein Fluchtverhalten, Angriffe auf Haustiere). Die Räude ist eine hochansteckende Krankheit, die sich innerhalb einer Tierpopulation sehr schnell verbreiten und bis 90% des Bestandes dezimieren kann. Quelle: Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit Uni Bern