Im Hitzesommer 2003 verzeichnete Locarno lediglich 42 Tropennächte, wie Luca Panziera von Meteoschweiz am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. In Lugano wurden damals 33 Tropennächte verzeichnet.
Bis in den 1980er Jahren habe es jeweils unter zehn Tropennächte pro Jahr gegeben, fuhr Panziera fort. Mit den aktuellen Zahlen sei bezüglich den Nachttemperaturen auf der Alpensüdseite ein neuer Rekord erreicht worden. Lugano und Locarno seien die einzigen Messstationen mit einer derart hohen Anzahl von Tropennächten.
Lugano habe sowohl 2019 als auch in diesem Sommer Nächte mit Temperaturen über 25 Grad verzeichnet. Am 27. Juni dieses Jahres betrug die Nachttemperatur in der grössten Tessiner Stadt exakt 25,3 Grad wie Panziera erklärte. Auch in Locarno-Monti sei das Thermometer in einer Nacht dieses Sommers bisher nicht unter 25 Grad gesunken. Für solche Nächte fehlt bisher noch eine Bezeichnung, wie der Meteorologe sagte.
Kein Ende des Sommers in Sicht
Für die Alpensüdseite gilt seit Montagmorgen als einzige Region der Schweiz die Hitzewarnung der Stufe vier, und zwar bis Freitagabend. Bis zum 17. August ändere sich an der Wetterlage im Tessin wenig, hielt der Meteorologe fest. Ausser ein paar möglichen kurzen Gewittern sei diese Woche kein Regen in Sicht.
Ob sich in der nächsten Woche wirklich etwas ändern werde, sei unklar. «Ab der neuen Woche steigt die Unsicherheit bezüglich der Prognosen», erklärte Panziera. Es sei möglich, dass es nach dem 17. August hin und wieder einen Regenschauer gebe. Denkbar sei auch, dass die stärkste Hitzeperiode in der Südschweiz zu einem Ende komme und «nur» noch eine Hitzewarnung der Stufe zwei oder drei gelte.
Aber nachhaltige Niederschläge seien auf der Alpensüdseite weiterhin keine in Sicht. Am wahrscheinlichsten ist für Panziera, dass ab der kommenden Woche im Tessin drei, vier oder fünf Grad weniger verzeichnet würden. Ein Ende des Sommers zeichne sich aber noch nicht ab.
