
Beat Wickli: Seine Wahl an der Hauptversammlung vom 23. Februar dürfte laut dem «St. Galler Tagblatt» Formsache sein, da es keine weitere Kandidatur gibt.
zvg
Beim Bauernverein Toggenburg steht ein Wechsel in der Präsidentschaft an. Hansruedi Thoma, Landwirt aus Müselbach, tritt nach sieben Jahren im Amt zurück. Grund ist seine neue Funktion a ls Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands (SGBV) , die er im Juni 2025 antrat. Die beiden Ämter seien nicht vereinbar, so Thoma. «Es war klar, dass ich das Präsidium des Bauernvereins Toggenburg aufgeben muss, wenn ich Geschäftsführer des Bauernverbands werde», wird Thoma in einem Artikel vom «St. Galler Tagblatt» zitiert.
Der Bauernverein Toggenburg besteht seit 2007 und zählt aktuell rund 940 Mitglieder. Alle Landwirte im Toggenburg – von Bazenheid bis Wildhaus – sind automatisch Mitglied. Das Präsidium gilt somit als wichtiges Bindeglied zwischen der Basis und dem kantonalen Bauernverband.
Doppelfunktion für Thoma ausgeschlossen
Als Präsident des regionalen Bauernvereins hätte Hansruedi Thoma weiterhin Stimmrecht im Landwirtschaftsrat des kantonalen Bauernverbands. Dieses Gremium tagt drei- bis viermal jährlich und beschliesst unter anderem Parolen zu kantonalen und nationalen Abstimmungen, politische Stellungnahmen sowie die Unterstützung von Kandidaturen. Eine solche Doppelfunktion sei für Thoma ausgeschlossen.

Hansruedi Thoma ist seit dem 1. Juni 2025 Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes (SGBV).
Adi Lippuner
Thoma ist gelernter Meisterlandwirt und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Treuhand und Beratung, insbesondere im Boden- und Pachtrecht, bei Hofübergaben und Finanzierungen. Er führt einen eigenen Betrieb im Nebenerwerb. Dank seiner Verbandskenntnisse und agrarpolitischen Erfahrung soll er die Arbeit der SGBV zukunftsorientiert weiterentwickeln.
Vizepräsident in den Startlöchern
Seit seiner Wahl im vergangenen Sommer liess sich Thoma deshalb statutengemäss von Vizepräsident Markus Wickli vertreten. Wickli gilt denn auch als designierter Präsident. Seine Wahl an der Hauptversammlung vom 23. Februar dürfte laut dem «St. Galler Tagblatt» Formsache sein, da es keine weitere Kandidatur gibt.
Der Landwirt bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Ehefrau Rita einen Hof in Ennetbühl oberhalb von Neu St. Johann, wo das Paar mit seinen drei Töchtern lebt. Er wäre der erste Bauer aus dem oberen Toggenburg, der das Präsidium übernimmt.
Nicht Region, sondern Person entscheidend
Wickli misst der regionalen Herkunft zwar eine gewisse Bedeutung bei, relativiert diese aber: «Für den Verein ist es sicher nicht schlecht, wenn alle Teile des Toggenburgs mal zum Zug kommen», erklärt er dem «St. Galler Tagblatt». Entscheidend sei jedoch nicht aus welcher Region der neue Präsident komme, sondern dass er sich als Person für diesen Posten eigne. «Ob ich das bin, wird sich zeigen», fügt Wickli mit einem Schmunzeln hinzu.
Ein zentraler Beweggrund für seine Kandidatur seien für Wickli die Kontakte, die über die eigene Region hinausgehen. Dass man als Vereinspräsident interessante Personen aus der Politik und Bauernverbänden kennenlerne, sei ein Grund, warum er sich zur Wahl stelle, sagt er dem «St. Galler Tagblatt».