
Als Littering bezeichnet man das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen.
SBV
Das kantonale Strasseninspektorat betreut rund 650 Kilometer Kantonsstrassen sowie angrenzende Grün- und Landwirtschaftsflächen. Für das Einsammeln von achtlos weggeworfenen Abfällen fallen jährlich etwa 6’500 Personenstunden an. Das entspricht drei bis vier Vollzeitstellen, die für Kernaufgaben im Unterhalt und der Verkehrssicherheit fehlen.
Littering gefährdet Tiere
Während Littering schweizweit tendenziell abnimmt, verzeichnet der Kanton St. Gallen entlang seiner Strassen eine deutliche Zunahme. Besonders betroffen sind Ausserortsstrecken, Autobahnzubringer, Umfahrungen, Parkplätze sowie Bereiche vor und nach Tunnels. Auch bei Tankstellenshops, Take-Away-Angeboten und nach Grossveranstaltungen steigt das Abfallaufkommen.
-> Littering: Bundesrat will Bussen bis 300 Franken
Littering in der Landwirtschaft
Littering auf Wiesen, Weiden und Äckern ist für die Landwirtschaft hochproblematisch. Scharfkantige Abfälle wie Dosen, Glas oder Hartplastik werden beim Mähen zerkleinert, gelangen ins Futter und können bei Kühen und anderen Wiederkäuern schwere innere Verletzungen, Entzündungen und Todesfälle verursachen. Auch Zigarettenstummel und andere Schadstoffe belasten Böden und Futterflächen langfristig. Zudem müssen Flächen von Hand gereinigt werden, was Zeit kostet und Maschinenreparaturen verteuert. ome
Littering belastet nicht nur die öffentlichen Finanzen. Abfälle beeinträchtigen das Landschaftsbild, gefährden Tiere und führen zu Mikroplastik in Böden und Gewässern. Zudem ist die Reinigung stark befahrener Strassen mit Risiken für Mitarbeitende verbunden. Der Kanton setzt daher verstärkt auf Prävention und Sensibilisierung. Ziel ist es, das Verantwortungsbewusstsein zu stärken und die Bevölkerung für die ökologischen und finanziellen Folgen von Littering zu sensibilisieren.