Wie Social Media neue Kundschaft auf den Hof bringt

Kommunikation und Vermarktung waren die Schwerpunkte eines Informationsanlasses am Plantahof in Landquart GR. Die Landfrauenküche-Finalistin Corina Kohler gab Junglandwirtinnen und Junglandwirten wertvolle Praxisimpulse für Social Media und Direktvermarktung.

pd/ome |

Am Informationsanlass der Junglandwirtekommission Graubünden/ Glarus (JULA GR/GL) am Plantahof informierten Thomas Roffler, Präsident des Bündner Bauernverbands, und Corina Kohler, Drittplatzierte der Landfrauenküche 2025, über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft. Dies teilt der Bündner Bauernverband mit.

Roffler warb für ein Nein zur Ernährungsinitiative und zeigte die Folgen für Bergregionen auf. Kohler erklärte, warum Authentizität in den sozialen Medien und der persönliche Kundenkontakt zentrale Erfolgsfaktoren der Direktvermarktung sind.

«Authentizität ist wichtiger als Perfektion»

Nach dem agrarpolitischen Teil des Anlasses standen mit Corina Kohler die Themen Kommunikation und Direktvermarktung im Mittelpunkt. Kohler bewirtschaftet gemeinsam mit ihrer Familie einen rund 40 Hektar grossen Betrieb in Pfäfers SG und vermarktet Fleisch und Eier direkt ab Hof. Zudem produziert sie im Auftrag des Schweizer Bauernverbands Kurzvideos aus ihrem Betriebsalltag.

Anhand von Beispielen zeigte Kohler auf, wie Social Media genutzt werden kann, um der Bevölkerung einen realistischen Einblick in die Landwirtschaft zu vermitteln. Laut Kohler haben viele Konsumentinnen heute nur noch wenig Bezug zur Lebensmittelproduktion.

Umso wichtiger sei es deshalb, transparent zu zeigen, wie Lebensmittel entstehen und welche Arbeit, Verantwortung und Herausforderungen damit verbunden sind. Für einen glaubwürdigen Auftritt sei Authentizität wichtiger als Perfektion. Zur Kommunikation gehörten nicht nur die schönen Seiten des Hofalltags, sondern auch anspruchsvolle und weniger erfreuliche Momente gehörten zur Kommunikation dazu, zeigte sich Kohler überzeugt.

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Direktvermarktung als Chance

Ein weiterer Schwerpunkt ihres Referats war die Direktvermarktung. Diese biete landwirtschaftlichen Betrieben interessante Chancen, erfordere jedoch Geduld und langfristiges Engagement. Entscheidend seien vor allem persönliche Kontakte, etwa an Marktständen, bei Veranstaltungen oder im direkten Austausch mit Kundinnen und Kunden. Solche Begegnungen schaffen Vertrauen und ermöglichen es, die Geschichte hinter den eigenen Produkten zu erzählen.

Neben der persönlichen Präsenz sei auch ein professioneller Internetauftritt wichtig. Eine Website mit einfachen Bestellmöglichkeiten erleichtere potenziellen Kunden den Zugang zu den Produkten. Für ihren eigenen Betrieb sei die Direktvermarktung ein grosser Gewinn, erklärte Kohler. Durch den Wegfall des Zwischenhandels bleibe ein grösserer Teil der Wertschöpfung auf dem Hof. Besonders bei der Vermarktung von Fleisch sieht sie grosses Potenzial. Auch wenn der Aufbau Zeit und persönliches Engagement erfordere, könne die Direktvermarktung für viele Landwirtschaftsbetriebe eine attraktive zusätzliche Einkommensquelle sein.

Bündner Bauernverband lehnt Ernährungsinitiative ab

Zum Auftakt informierte Thomas Roffler über die Ernährungsinitiative. Er betonte, dass die Landwirtschaft solche Abstimmungen nutzen müsse, um ihre Leistungen aufzuzeigen. Kritisch sehe er insbesondere die vorgesehene Reduktion der Tierproduktion zur Steigerung des Selbstversorgungsgrades. Für Graubünden seien die Forderungen aufgrund der natürlichen Voraussetzungen nur schwer umsetzbar. Zudem warnte er vor einer Verlagerung des Konsums auf importierte Produkte. - > Hier finden Sie Artikel zur Ernährungsinitiative

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